Von Fischerteppichen und Milchmädchen

Kennt Ihr Anklam? Echt nicht? Na, das wird sich doch ändern lassen.

Anklam ist ein Hansestädtchen im Osten Deutschlands, das Tor zu Usedom und Heimatstadt des Flugpioniers Otto Lilienthal.

Alles nicht weiter ungewöhnlich – aber Anklam fiel in den letzten Jahren immer wieder durch seine enorm hohe Arbeitslosenquote von über 30% auf.

Was es dem Städtchen natürlich nicht leichter gemacht hat. Doch seit 2 Jahren tut sich was in Mecklenburg Vorpommern – ein kleines Wirtschaftswunder zeichnet sich ab… und gibt in dieser Zeit den Dreh in die richtige Richtung. Wobei ich doch nicht so recht an die Zukunft der Fischerteppich-Knüpferei glauben mag…. aber den Artikel und auch den Blog erwähnenswert finde 🙂

Im Satire Gipfel, dem geglückten Neuanfang des Scheibenwischers, hat Mathias Tretter nun zur Unterstützung Anklams und zur damit verbundenen kollektiven Postleitzahlen-Lüge aufgerufen.

Eine wirklich innovative Idee. Mit gleichzeitig erhöhtem Funfaktor.

Seine Überlegung: warum sollen sich Firmen weiter mit Spionage und Mitarbeiterbespitzelung abmühen und damit auch noch ihrem Image schaden, wenn doch 90% der Bundesbürger ihre Daten durch die Nutzung von Kundenkarten ganz freiwillig offen legen. Und nicht nur die Eckdaten – nein, da wird auch gleich klar wer und was und wann und wo und warum man einkauft.

Den Unkenrufen der Datenschützer zum Trotz rechnen sich die Leute dabei wohl einen Gewinn aus (warum sollten sie es sonst machen??!) … was mich zu dem schönen altmodischen Bild der Milchmädchenrechnung bringt.
Wiki hat dazu einen sehr feinen Beitrag, der sowohl den Selbstbetrug, als auch den Betrug und zu guter Letzt sogar eine grandiose Rechen Methode aufgreift – Prädikat: lesenswert.

Doch zurück zur Idee des Kabarettisten:

Wenn ich zum Beispiel bei Media-Markt an der Kasse nach meiner Postleitzahl gefragt werde – ich habe mir jetzt extra die Postleitzahl von Anklam in Mecklenburg-Vorpommern raus gesucht; dort liegt die Arbeitslosigkeit bei 30%. Es ist die 17389. 17389. Wenn Sie es mitschreiben wollen: 17389. Ich sag’ das jetzt bei jeder Gelegenheit – und wenn wir alle…an der Kasse diese Postleitzahl sagen, dann baut Mediamarkt dort irgendwann eine Filiale! So bescheißen wir das System und schaffen auch noch Arbeitsplätze im Osten. Und jeder kann daran mitarbeiten. Zumindest inoffiziell. Als inoffizieller Mitarbeiter. Nicht ärgern lassen!
©Mathias Tretter

Also ich mache da mit… das ist doch viel menschlicher und nachvollziehbarer als Abwrackprämien, Kurzarbeit und ABM Maßnahmen. Und irgendwie auch deutsch.

Also nicht vergessen: 17389.

Und wer den ganzen Beitrag von Mathias Tretter lesen will – hier ist er

6 Antworten auf „Von Fischerteppichen und Milchmädchen“

  1. Ahoi Süddeutsche!

    Vielen Dink
    für Lob+Link!

    Die Pomm. Fischerteppiche haben insgesamt noch viel mehr Aufmerksamkeit verdient – darum ja auch mein Weblog. Mit Fischerteppichen kann mensch sogar die Welt verbessern. Wenn zum Beispiel alle Vorpommern statt auf Alkohol auf Teppichknüpfen abfahren würden, wäre das schon ein spürbarer Fortschritt.

    Oder: Wenn die Vorpommern statt kruder rechtsradikaler Tendenzen wahre Heimatliebe entwickeln und echte deutsche Volkskunst in Form von Fischerteppichen pflegen würden, gäbe es weniger Gewalt, denn Teppiche knüpfen entspannt wie Mandalas malen.

    Viele Grüße aus dem hohen Norden!
    ~
    Fischer Fiete knüpft Fischerteppiche.
    Fischerteppiche knüpft Fiete Fischer.
    Seit 1928. In Ostvorpommern.

  2. Moin Moin Alex,

    ja genau – ich verstehe den innovativen Zusammenhang von Knüpfen und Fischen und finde deinen Blog echt Klasse.

    Ganz vielleicht liegt das aber daran, das ich ein Hamburger Deern bin und nur nach Süden abgewandert….

    Und super gut hier am Ammersee angekommen. Jetzt rolle ich das Feld von hinten auf… und ich glaube Hannes ist sogar irgendwo aus deiner Gegend?!

  3. Aber Hannes – es steht doch zur Zeit nur Media-Markt im Angebot…
    Und ich dachte bei Centerpark waren wir uns auch schon einig, dass wir davor zurückschrecken 😉

    Doch ich mache auf jeden bei deiner Abstimmung mit!

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