Crying in the rain

Mehr als ein modisches Accessoir
Mehr als ein modisches Accessoir
Oh Gott – es regnet!

Nicht, dass es mich nicht freut, weniger zu gießen, aber Regen hat in unserer Familien seit etwa zwei Jahren eine ganz andere und neue Bedeutung erhalten: Regen bedeutet Frustration und Stress. Für meinen Mann. Und damit natürlich irgendwie auch für uns…

Denn er steht jeden Morgen von 7:30 bis 8 Uhr vor der Carl-Orff-Grundschule und hilft den Kindern diese heil zu erreichen. Er macht dies ehrenamtlich und ausgesprochen gern.

Als er anfing, gab es keinen Schulweghelfer und so sah sich der Elternbeirat in der Verpflichtung wenigstens in den ersten Wochen des neuen Schuljahres Präsenz zu zeigen.

Doch als die Schüler nach einiger Zeit bange fragten, ob Guido denn auch Montag noch da sei, überlegte er nicht lange… da sie ihn brauchen, steht er seither jeden Morgen oben am Zebrastreifen.

Auch wenn es regnet.


Allerdings ist er danach häufig enttäuscht und sauer. Denn wenn ein Tröpfchen vom Himmel fällt, kann heutzutage kein Kind einen Regenschirm nehmen und zu Fuß die Schule erreichen – nein!
Mütter und Väter verfrachten ihre Kids ins Auto und bringen diese ausnahmsweise persönlich zur Schule. Dort bricht dann das reine Chaos aus.

Manche Eltern wollen ihre Kinder bis zur Schultür fahren, Geschwindigkeitsbegrenzungen sind bei Regen vollständig aufgehoben, Parken auf dem Zebrastreifen, Schulhof oder mitten auf der Straße – ja wo denn sonst??

Das frustrierende Ergebnis heute: ein Kind wurde fast angefahren – eine Erzieherin fuhr über den ganzen Schulhof bis zur Schultür und einige Väter mussten sich derbe Rügen gefallen lassen.

Man sollte wohl endlich (wie heute üblich) über Seminare und Coaching nachdenken:
– Wie öffne und halte ich einen Regenschirm?
– Gummistiefel – und ihre wahre Bedeutung im Alltag
oder auch
– Vorbild sein – Fluch oder Segen?!

7 Antworten auf „Crying in the rain“

  1. Hallo Anne,
    ich würde mich als Coach für eines Deiner erwähnten Seminar zur Verfügung stellen.
    Ich fahre meine Kinder wirklich ganz selten zur Schule (höchstens 3 bis 4 mal pro Jahr) und auch mir stehen immer die Haare zu Berge wenn ich dann das Chaos vor der Schule sehe (und das ist nicht nur auf Regentage begrenzt).
    Ich befürchte, dass leider erst ein richtiges Unglück passieren muss bevor sich an der Sitaution was ändert.
    Weist Du ob am ASG auch das Problem gibt, bzw. haben die dort eine Lösung für das Problem gefunden?
    Viele Grüße Andrea

  2. Hallo Andrea,

    wir hoffen alle, dass dieses Unglück nie eintritt!
    Aber die Unvernunft der Menschen scheint leider unbegrenzt – wie es am ASG aussieht weiß ich nicht.

    Herzliche Grüße
    Anne

  3. Hallo,
    vielleicht sollte man mal einen kleinen Dokumentarfilm drehen und auf YouTube ins Internet stellen. Irgendwie kann das ja eigentlich alles nicht wahr sein.
    Ich plädiere für eine Fußgängerzone vor der COV-Schule von Montag bis Freitag von 7:00 Uhr bis 9:00 Uhr. Aber so was geht in Diessen ja gar nicht, dass die Autofahrer mit irgendwelchen Einschränkungen konfrontiert werden. Wo kommen wir denn da hin? Wichtig sind die Auerhahnfedern an den Trachtenhüten und die Fischeier-fressenden Kormorane am Ammersee, aber Kinder? Mmhh, Haken dran, weiter geht’s.
    Gruß Nadia

  4. Das mit dem Film finde ich gar nicht schlecht. Ich glaube aber, das man den Film nicht veröffentlichen darf, wenn man die darauf abgebildeten Personen bzw. ihre Fahrzeuge erkennen kann.

  5. Nein – so einen Film darf man nicht öffentlich machen…. aber das Problem thematisieren und die Bürger somit sensiblisieren…. vielleicht fällt uns da ja alterniv was zu ein.

    Gruß
    Anne

  6. Eine Idee hätte ich noch. Vielleicht kann man beim nächten Flohmarkt an der COV einen Infostand dazustellen. Ich würde da mitmachen.

  7. Also ich denke bei sowas immer an plakativere, aufrüttelndere Aktionen – die Polizei steht doch auch manchmal mit Kids am Straßenrand und die dürfen dann den Rasern die Meinung sagen 🙂

    Wir sollten mal mit den Schüler und Elternvertretern und der hiesigen Polizei sprechen… vielleicht gelingt es uns ja vor dem nächsten Schulstart etwas zu bewegen.

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