Kein netter Zug der Bahn

Die Bahn ist das ökologisch und ökonomisch vernünftigste Verkehrsmittel.

Jedenfalls wenn kein Fluss in der Nähe ist und man längere Distanzen zurück legen will.

Und gerade diejenigen unter uns die häufig unterwegs sind, genießen die Freiheit, sich mit anderen Dingen als dem Verkehr rumärgern zu müssen.

Ärgert man sich doch lieber ein wenig über unsensible Zeitgenossen (und deren Kinder!)… aber dann hat man am Ende der Reise auch was zu erzählen. Und das ist allemal unterhaltsamer als die Auflistung verschiedener Baustellen und Staus…

Wäre also eigentlich alles Friede, Freude, Eierkuchen… wenn die Bahn ihr Kunden nicht immer wieder an den Rand (und darüber hinaus!) des Nervenzusammenbruches bringen würde.

So ging es mir leider auch gerade wieder: mit Ankunftszeiten nerve ich ja schon niemanden mehr – die anderen sollen sich einfach freuen, dass ich überhaupt bei ihnen angekommen bin 😉

Der erfahrene (welche nette Zweideutigkeit) Bahnreisende bucht ja seinen Sitzplatz gleich mit. Fortuna hat schließlich auch so genug zu tun.

Und unsere hochkomplexen Bahnhöfe haben neben einer nicht immer nachvollziehbaren Gleisnummerierung, auch eine so genannte „Wagenstandsanzeige“.
Dort kann man dann nachschauen, ob man lieber an diesem oder dem anderen Ende des Bahnsteigs rumsteht und friert.

Und wenn dann der Zug einfährt ertönt der Aufruf:

„Einfahrt hat nun der ICE von Köln nach München. Über Frankfurt, Aschaffenburg, Würzburg.

> PAUSE <

Der Zug verkehrt heute in umgekehrter Reihenfolge“.

Alle halten kurz inne… was war das?
Umgekehrte Reihenfolge?

Aber dann friere ich ja am falschen Ende des Bahnsteigs.
Und die, die sich gerade schon in den Zug drängeln auch…

Was tun?
Nutze ich die verbleibende Haltezeit, um noch schnell ein paar Meter außerhalb des Zuges in Richtung auf meinen Sitzplatz gut zu machen oder erklimme ich die nächste Abteilöffnung, damit mir der Zug nicht weg fährt.
Keine leichte Entscheidung.
Aber natürlich bin ich lieber eingestiegen – typisches Herdenverhalten.

Und so dauert es gut eine halbe Stunde, bis ich mich gegen den Strom und mit allen anderen ans andere Ende des Zuges durchgekämpft habe und ermattet auf meinen Sitzplatz sinke.

Was mir einfach nicht klar ist: der Zug fährt schon seit Köln in falscher Reihung – warum ist es in unsere Zeit nicht möglich, diese Information 10 Minuten vor Ankunft am Bahnsteig bekannt zu geben?!

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