Titel-Künstler oder die unerkannte Kunst guter Titel


Manche Kollegen im Printbereich haben mein volles Mitgefühl: es sind diejenigen, die sich die Titel zu den Geschichten einfallen lassen müssen.

Das ist ein wahnsinnig undankbarer und ich finde auch extrem schwerer Job. Natürlich nicht immer – manchmal ist es ganz klar und einfach. Aber eben nur manchmal.
Doch meist steckt dahinter viel Mühe und die Ergebnisse sind dennoch fatal.
Leider greifen die Titelmacher immer wieder auf ähnliche Phrasen zurück, die Assoziationen wecken und Aufmerksamkeit erregen:
Der Herr der …. (hier könnt ihr locker alles einsetzten, was euch so über den Weg läuft)
Der XX-Flüsterer
Der XX-Papst

Seht ihr was ich meine?

Was einmal noch ganz gut klingt (und beim allerersten mal auch funktioniert), verliert mit der Zeit seinen Witz.
Zum Glück habe ich beim Buch diese Probleme nicht. Da würde ich bestimmt wahnsinnig werden.
Hier im Block muss ich leider gestehen, dass ich mich der reißerischen Wirkung solcher Titel nicht immer entziehen kann. Denn die Statistik zeigt deutlich, dass der BILD-Stil ankommt. Also verzeiht bitte 😉
Lasst die Titel einfach weg und lest nur den Beitrag.

Doch es gibt natürlich auch tolle Titel. Einige haben sich bei mir richtig festgesetzt:

Die Zeit titelte beim einjährigen Jubiläum von Beckstein und Huber in Bayern:
Die weißblauen Halblinge

Fand und finde ich super.
Auch wenn zum Beispiel mein Vater es gar nicht verstanden hat. Weil er natürlich keine Ahnung hat, was ein Halbling sein soll…
Da sieht man mal wieder wie schwer es ist eine Sache mit Witz und Stil zu betiteln.
Und – ja ich weiß – auch die Halblinge bedienen sich der Assoziation – aber ich finde es eben nicht so plump wie viele andere.

Ach ja – Schlußworte machen ganz ähnliche Probleme.
Auch hier sollte man allgemein übliche Phrasen vermeiden:
…bleibt zu hoffen
…es bleibt spannend
Dann vielleicht doch lieber wieder:
…und sie lebten glücklich und zufrieden bis ans Ende ihrer Tage.

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