Das is-er der Ise-markt…

Also so eine Auswahl habe ich nun wirklich noch auf keinem deutschen Markt gesehen...
Also so eine Auswahl habe ich nun wirklich noch auf keinem deutschen Markt gesehen…
Isemarkt.
Jeder Hamburger schüttelt entsetzt mit dem Kopf, dass ich nicht weiß was und wo das ist.
Na ja – wie in anderen Großstädten auch, sind auch wir Wandsbeker eher bei „unserem“ Markt.

Doch als ich Internet schaue, bin ich schon ein wenig beeindruckt: einer der schönsten Wochenmärkte (rund hundert gibt es in Hamburg), eine Institution mit dreihundert Händlern, besonderes Ambiente… und und und.

Also steige ich ins Auto und fahre bei Dauerregen nach

Der Markt ist unter der Hochbahn zwischen den Haltestellen Hoheluftbrücke und Eppendorfer Baum. Da kommt wenigstens der Regen nicht gut hin.
Aber drumrum wie erwartet ein Parkchaos.
Und wenn ich ganz ehrlich bin – schon schöne Stände mit anderen Angeboten. Aber alles schon sehr in Schickimicki-Hand.
Nur der Pilzmann, der sogar Krause Glucken hat, der beeindruckt mich nachhaltig.

Wandsbeker Markt ist da doch eher meins…

Indoortag

Selbst wenn meine Zeit hier im Norden sehr begrenzt ist.
Jeden Tag rumfahren und neue Dinge einsammeln, ist es dann doch nicht. Ich brauche auch mal einen Tag, an dem ich die Informationen ordne, sortiere und erste Entwürfe schreibe.
Solange die Eindrücke noch frisch sind.

Daher habe ich heute (bei anerkanntem Hamburger Schietwetter) einen Tag an Computer und Telefon eingelegt.
Und sitze im Homedress (also Schlafanzug) am Küchentisch und tippe.

Vierländer Platte

Hatte ich nicht bereits über den unberechenbaren aber dennoch enorm wichtigen Faktor „Glück“ mit euch gesprochen?

Da bin ich eigentlich ziemlich sicher.
Jedenfalls war ich heute noch mal in Wilstedt bei Jochen und habe mir in aller Ruhe die ganze Anlage zeigen lassen. Ständig hatte ich irgendein Blättchen zum Probieren im Mund und habe dabei so einige Neuheiten entdeckt, die ich gerne auch in meinem Garten hätte:
Jochen hat verschiedene Raukeformen, eine eher milde und dann eine echte wilde – beide wirklich sensationell.

Auch zwei Kräuter, die sehr Lakritzig sind. Ist ja nicht so meins, aber mein Mann liebt es und ich brauche es natürlich immer wieder in der chinesischen Küche.

Last but not least – Bremer Scherkohl.
Den habe ich nun erstmals probiert und bin wirklich, echt total begeistert!
Jochen meint, er würde ihn nicht so groß wachsen lassen. Ich habe entsprechend auch ganz junge Blätter geknabbert – super!
Erinnert mich gleich mal wieder an das Pesto ohne Knoblauch meiner Freundin Andrea, die mir ja auch schon von Meterhohen Basilikumsträngen berichtet hat (die in ihrem Pesto und in dem von Jochen keine Verwendung finden 😉

Doch jetzt noch mal zum Glück: ich habe im Verlauf des Tages ein wenig wegen Tomaten und Gurken gejammert.
Da packt Jochen mir plötzlich einige Tomaten hin und meint nur „Vierländer Platte“….

Super!
So muss es gehen.
Dann klappt´s auch mit dem Nachbarn.

Über Schnucken schnacken

Der schöne Hermann und seine Mädels
Der schöne Hermann und seine Mädels
Also auch noch Schnucken.

Die Sonne ist fast weg, als ich endlich in Till ankomme.
Begrüßt von zwei jungen Border Collie-Hündinnen, die einen direkt auf die Pelle (den Schoß) rücken und nur Schmusen wollen… so hatte ich das nicht erwartet.

Nadja (die ich ja bislang nur vom Telefon kenne) ist eine kleine, resolute Frau – da scheinen wir ein wenig in Augenhöhe – und ihr Geburtstagsmann ist immer noch auf dem Feld.
Zehn Sekunden später wir auch, denn ich brauche ja wenigstens noch ein wenig Licht zum Fotografieren.

Hat sich gelohnt 😉

Was für ein Ritt!

Das ist die Sertürner Renette - wenigstens die
Das ist die Sertürner Renette – wenigstens die

Heute ging es nach Lemgo – das ist in der Nähe von Hameln und wer es noch genauer wissen will… Google findet es.
Der Tag war ein Traum und als ich durch die Heide fuhr wurde mir ganz wehmütig. Zu gerne hätte ich die Autobahn verlassen und wäre ein wenig hier geblieben… aber Lemgo ruft.

Hier gibt es eine extrem aktive Ortsgruppe des BUND (Bund Naturschutz), die eine große Obstsortendatenbank ins Internet gestellt hat.

Willi Hennebrüder ist der Mann der Worte – er hat mich auf viele Apfelsorten aufmerksam gemacht und mir wirklich bei der Entscheidung geholfen, welche Äpfel ins Buch sollen: Sertürner Renette, Lausitzer Nelkenapfel, Jakob Fischer.

Immer noch in meinem Hinterkopf sind Finkenwerder Herbstprinz (davon hat Eckart Brandt so toll erzählt) und der Korbiniansapfel.
Da ich ja aber auch noch ein paar Birnen, Kirschen und andere Obstsorten habe, merkt ihr schon – der Platz wird knapp.

Nicht wirklich knapp ist die Fläche, auf der der BUND eine Streuobstwiese pflegt.
Wir haben über 2 Stunden gebraucht, um alles anzuschauen und Willi Hennebrüder wußte zu fast jedem Baum was zu erzählen… und zum Gelände selbst, denn die etwa 280 Bäume stehen im alten Lustgarten der Edelherren zu Lippe nördlich des Schlosses Brake.

Eine Herde aus Ostfriesischen Milchschafen und Bentheimer Landschafen leben sozusagen im Erdgeschoß. Alte Rassen, aber nicht im Buch vorgesehen. Auch so was gibt´s natürlich.

Leider musste ich feststellen, dass von den geplanten Äpfeln nur die Sertürner Renette auf einem Ast hier wächst. Also hatte ich die sensationelle Möglichkeit drei Äpfel aus 360 Grad zu fotografieren.
Schon frustrierend.

Gegen 14 Uhr war ich fertig.
Und nun?

Mein Navi rechnete mir vor, dass mein Weg zurück nach Hamburg dieselbe Zeit beanspruchte, wie der zu den Schnucken im Weser-Ems-Gebiet.
Da wurde mir sogar gleich noch ein Bett angeboten, weil der Mann von Nadja Heftrich-Beckers (meiner Schnuckenfrau) heute eh Geburtstag hätte und sie sich freuen würden, wenn ich dazu käme.

Oh mein Gott. Ich will doch gar nicht stören – nur die Gelegenheit (und das schöne Wetter) nutzen, um die Schnuckenfotos zu machen und Nadja kennen zu lernen…

Also ich nach Till bei Wittmund…

Und in mein Bett in Hamburg kam ich erst in den Morgenstunden.

Alles ein wenig konfus…

So empfinde ich es jedenfalls.
Bislang habe ich ganz genau gewußt, wen ich alles im Buch habe.
Konnte zu jedem wenigstens schon mal einen groben Abriss geben.

Doch jetzt fühle ich mich gerade ohne Bodenhaftung.
Alles kommt durcheinander.
Vielleicht auch durch das mehrfache Umsortieren.

Erst hatte ich alles rein biologisch sortiert – habe erst geschaut, welche Rinder in Frage kommen, habe dann nachgesehen, wo die herkommen und ob es eventuell schon schöne Fotos gibt, oder auch wer da der Ansprechpartner ist und dann nach einer ersten Kontaktaufnahme entschieden, ob es passt oder nicht.
Dann haben wir alles einmal umsortiert.
Eigentlich ja gar nicht weiter schlimm – denn ich hatte ja auch vorher schon vermerkt, ob Norden oder Süden.
Doch nun habe ich auch noch nachsortiert, bei wem ich schon was habe – Bilder oder Texte und wo mir was fehlt.

Und plötzlich merke ich im Gespräch mit Züchtern, dass ich keine Ahnung habe, welche Schafrasse noch ins Buch kommt???!

Unfassbar.
Ich weiß wirklich nicht, warum.
Und bin natürlich entsprechend verstört. Das ist für mich ein Albtraum.
Als olle Ordnungsschnecke hasse ich solche Momente der Sprachlosigkeit.

Vielleicht nehme ich mir heute Abend die Liste mit ins Bett und lerne sie auswendig.
So nämlich.