Argumente pro Rosenkohl – für bekennende Fans und solche, die es werden wollen

Winterzeit ist Wichtelzeit – und auch die große Zeit des Kohls. Rosenkohl ist eine der wenigen Kohlsorten, die nur saisonal verfügbar ist. Wie toll, dass ich beim Blogwichteln im Texttreff (dem Netzwerk wortstarker Frauen) einen Beitrag zu diesem verkannten Gemüse von Gabriela Freitag-Ziegler ergattert habe. Tausend Dank – ein super Wichtelgeschenk!

Ganz ehrlich? Ich mochte als Kind keinen Rosenkohl. Die knirschende bis matschige Konsistenz. Der leicht bittere Geschmack. Das hat sich mittlerweile total geändert. Denn seit ich für meine Kunden alle Jahre wieder über Wintergemüse schreibe, kaufe ich selber so regional und saisonal wie möglich ein. Und da kommt der Rosenkohl ins Spiel. Den bereite ich allerdings ganz anders zu als ich es von früher kenne. Auf jeden Fall immer bissfest statt weich gekocht. Dazu nach den unterschiedlichsten Rezepten: mit Ingwer und Sojasoße aus der Pfanne, mit Honig und Orange aus dem Backofen, verpackt in herzhafter Quiche, ruckzuck fertig als One-Pot-Pasta.

So habe ich nicht nur mich selbst neu auf den Geschmack gebracht, sondern auch den Göttergatten und sogar zwei Teenager. Immer noch nicht überzeugt? Dann gibt es ja zum Glück noch viele andere Gemüsearten. Aber vielleicht kann ich mit den folgenden Argumenten doch ein paar Zweifler auf meine Seite holen 😉

Rosenkohl
Rosenkohl – Foto von Gabriela Freitag-Ziegler

Gesundheit – heimisches Superfood

Zwar schlägt Geschmack grundsätzlich das Argument Gesundheit, aber man kann es ja mal versuchen, also: Rosenkohl ist gesund! Er enthält von allen Kohlsorten am meisten Vitamin C (110 mg pro 100 g). Davon bleibt allerdings wenig übrig, wenn er zu lange gegart wird oder sogar das Kochwasser im Ausguss landet.

Ansonsten stecken besonders viel Folsäure und Ballaststoffe drin. Und natürlich die berühmt berüchtigten Glucosinolate, auch Senfölglycoside genannt. Berühmt und bei Ernährungswissenschaftlern beliebt, weil diese sekundären Pflanzenstoffe möglicherweise vor bestimmten Krebsarten schützen. Außerdem wirken sie antioxidativ und stärken unser Immunsystem. Berüchtigt, weil die schwefelhaltigen Verbindungen hinter dem bitteren Geschmack vom Rosenkohl stecken und hinter dem unangenehmen Kohlgeruch aus mancher Leute Kindheit.

Nachhaltigkeit – regional, saisonal, unverpackt

Wer alles richtig macht, leistet mit jeder Portion Rosenkohl einen Beitrag für die Umwelt. Rosenkohl hat zwischen Oktober und März bei uns Hauptsaison. Er hält sogar Frost aus und ist damit ein echtes heimisches Wintergemüse. Im Discounter stammt er oft aus den Niederlanden. Wer wie ich in einer Gemüsehochburg (Rheinland) wohnt, bekommt ihn auf dem Markt, im Gemüse- oder Bioladen aber direkt von den Gemüsebauern aus der Nachbarschaft und somit super regional.

Dort gibt es ihn außerdem lose: Einfach den eigenen Mehrweg-Beutel mitbringen und die gewünschte Menge abwiegen lassen. Damit ist Rosenkohl ideal für Singles oder Zwei-Personen-Haushalte, die von einem Rot- oder Weißkohl die ganze Woche essen müssen. Bei Rosenkohl besteht also weniger die Gefahr, dass zu viel Gekauftes vergammelt und in der Tonne landet.

Genuss und Spaß – Rosenkohl trendet auf Twitter

Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten, beim Rosenkohl offensichtlich schon. Auf Twitter hat dieser Kampf zwischen Rosenkohl-Hassern und –Liebhabern dazu geführt, dass #Rosenkohl am 25. Oktober 2018 sogar die Twittertrends anführte. Mit sehr ernsten und weniger ernsten kreativen Tweets: Die einen wollen ihn mit Schokolade umhüllen und die Kinder damit zu Halloween schocken. Die anderen (solche wie ich) zwitschern fröhlich über seine Vorzüge und posten ihre Lieblingsrezepte.

Grüne Schönheit – Rosenkohl als Fotomotiv

Und weil ich hier bei Anne Art bin möchte ich schnell noch was zum Rosenkohl als Fotomotiv schreiben: Die kleinen Rosenköhlchen bezaubern mich immer wieder durch ihr frisches Grün. Das kommt zum Vorschein, wenn man die äußeren Blätter entfernt hat. Ich bin keine gute Fotografin, aber wenn ich Rosenkohl putze schieße ich immer mal wieder Fotos und poste die auf Instagram. Das gilt übrigens genauso für Rotkohl und viele andere farbenfrohe Gemüse.

Rosenkohl blanchiert
Rosenkohl blanchiert – Foto von Gabriela Freitag-Ziegler

Leider verabschiedet sich das frische Grün, wenn der Rosenkohl zu lange gekocht wird. Das Zauberwort heißt Blanchieren: Wer dieses Grün für sein Foto oder Essen auf dem Teller erhalten möchte, schmeißt die Köpfchen kurz in kochendes Salzwasser und schreckt sie in Eiswasser ab. Das klappt noch besser mit einzelnen Rosenkohlblättern. Die sind ein prima Topping auf dem Wintersalat.

Gabriela Freitag-Ziegler
Foto: Fotostudio Herff

Gabriela ist Diplom-Oecotrophologin (Ernährungswissenschaftlerin) und frönt in ihrem „Blog-Salat“ ihrer Leidenschaft für Lebensmittel, Ernährung und persönlichen Erfahrungen. Sie kombiniert fundiertes Wissen mit Spaß am Kochen und charmanten Blicken über den Tellerrand. 

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