Kleiner Fotoexkursion

Kühe interessieren sich wenigstens für ihre Umwelt
Da ich ganz artig seit 4:30 schreibe, brauche ich ein wenig Luft um die Nase und heute ist endlich DIE Lichtstimmung, auf die ich so lange gewartet habe:
Frühsonne, kalt mit ein wenig Nebel – na gut – davon dürfte gerne auch noch ein wenig mehr da sein… aber man kann ja nicht alles haben 😉

Und ich muss auch gestehen, dass es in Kerschlach schon wieder ganz anders aussieht als in Dießen.
Aber wenigstens sind die Kühe nicht oben am Waldrand und damit außerhalb meiner Tele-Reichweite.

Wenn ich ehrlich bin – die kommen sogar immer näher ran.
Sind neugierig und bleiben brav stehen.
Einige Muhen und die Glocken würden mir (als Kuh) wahrscheinlich ganz schön auf den Nerv gehen.
Doch wer weiß, vielleicht mögen sie das Gebimmel ja sogar…

Und ich gestehe – ich hoffe doch noch auf das Coverfoto – daher die vielen Hochformate.

Seitenlaufliste

Erklärt sich doch eigentlich schon aus dem Begriff selbst…
Aber natürlich steckt da noch ein wenig mehr hinter.

Jedenfalls war ich heute im Verlag und habe mit dem Lektorat am Buch gearbeitet.
Wir haben dabei besprochen wie es aufgebaut werden soll – also wie wir die Tiere und Pflanzen sortieren, wie lang die einzelnen Texte sein sollen, wer nun wirklich rein kommt und wo noch Spielraum bleibt.

Von der anfänglichen Überlegung es biologisch aufzubauen sind wir schon länger abgekommen.
Es scheint uns viel interessanter wenn sich alles ein wenig mischt – also ein Huhn, ein Apfel, ein Radieschen, eine Ziege aufeinander folgen.
Wenn alle Rinder hintereinander beschrieben werden, mag das wahrscheinlich eher keiner lesen.
Auch bildlich ist so eine wilde Mischung bestimmt netter.

Dann kommt die Frage auf, wie wir es innerhalb der vier Regionen-Oberkapitel (für die wir uns entschieden haben, denn ein wenig Ordnung braucht es ja schon) sortieren.
Alphabetisch.
Prima.

Weiter geht´s mit den Entscheidungen, wer wie viele Seiten bekommt.
Es gibt Themen die wirklich vier Seiten füllen – zum Beispiel die weiße, gehörnte Heidschnucke. Vor allem wenn man da auch noch die anderen Schnucken mit einbezieht. Oder auch die abenteuerliche Geschichte zur Alblinse…

Andere kommen gut auf 2 Seiten zurecht und bei manchen braucht es nur eine.
Dadurch bleibt es für die Leser abwechslungsreich und spannend.
Außerdem planen wir zweiseitige Reportagen, denn die Menschen die sich für diese alten Rassen und Sorten stark machen, sind es häufig selbst 😉
Doch stop.

Wenn wir alphabetisch sortieren, haben wir später kaum die Möglichkeit zu schieben. Und bei 1, 2 oder 4 seitigen Texten muss natürlich schon darauf geachtet werden, wer an wen anschließt. Sonst muss man bei 2 Seiten plötzlich umblättern.
Also lieber doch nicht alphabetisch 😉
Wir machen es ganz frei.
Und fühlen uns mit dieser Entscheidung wohl.

Und so verteilen wir die 160 zu füllenden Buchseiten.
Vergessen auch Title, Inhalt, Einführung, Register, Bildnachweis, Impressum und Adressen nicht.
Und vielleicht noch ein Grußwort?!

Jetzt steht alles auf einem Blatt und scheint eine lösbare Aufgabe zu sein…
Doch viel Zeit habe ich nicht mehr.

Und die Reportagen brauchen unbedingt den persönlichen Kontakt, genau wie manche Pflänzchen, die dann nur eine Seite füllen werden.
Denn die Bauern und Züchter kämpfen eher auf dem Feld, als am Telefon.
Was man dann auch merkt.

Es fällt nicht jedem leicht mir zu erklären, wie und warum es sich lohnt gerade diesen Kohl zu bewahren.
Da muss ich dann hin und Kaffee trinken oder auch mal ein Bier.
Damit ich die Geschichte dahinter hören kann… und euch erzählen.

Ach ja – wir haben natürlich auch noch mal wegen des Coverfotos gesprochen.
Es ist nicht so, dass dem Verlag die Bilder nicht gefallen.
Doch die haben ein Buch über Minischweine im Programm – das sieht meinem Ferkel sehr ähnlich… und das geht natürlich nicht.
Schade.

Zu süß…

Also ich finde es perfekt – aber ich bin wahrscheinlich auch hormonell beeinflusst… so wie bei den eigenen Kindern 😉

Gibt es das überhaupt?
Kann etwas zu süß sein?

Zu scharf, zu bitter, zu sauer – alles klar.
Sehe ich ein.

Doch der Verlag meint doch wirklich, die Ferkelfotos seien zu süß.

Auf dem Cover sollte das Thema des Buches klar dargestellt sein.

Jetzt habe ich noch mal alle Fotos von Heidi rausgesucht und rübergeschickt.
Die ist ja auch sehr fotogen und ganz bestimmt nicht süß.
Und ich bin gespannt, was als nächstes kommt 😉

Schafe zählen

Was wir unseren Kindern doch immer mal wieder für einen Mist beibringen…
Schafe zählen ist gar nicht so einfach, wie der Laie denkt.
Kühe zählen übrigens auch nicht.
Oder Schweine.
Bei Hühnern blicke ich noch nicht durch – das erfahrt ihr dann 😉

Jedenfalls dachte ich ja immer, man zählt die Tiere.
Stimmt aber gar nicht.

Die Bauern zählen immer nur die weiblichen Tiere mit Nachwuchs.
Die Kids zählen genauso wenig zur Herde, wie die ausgewachsenen weibliche Tiere ohne Nachwuchs.
Und von den Jungs ist ja eh immer nur einer (wenn überhaupt) da.

Also ist es nix mit über ein Gatter springen lassen und zählen – da kommt man nämlich auf viel mehr Schafe als der Hirte….

Heidi und Co


Was für ein Krimi.

Erst spielt das Wetter nicht mit, dann ist die Familie bei der ich die Schweine fotografieren möchte nicht mehr erreichbar…

…habe leider vergessen, dass wir am Wochenende nicht da sind.
Wir kommen erst gegen Abend am Sonntag wieder.

Mein Versuch auf jemand anderen umzustellen schlägt fehl und meine Nerven liegen blank.
Blitzblank.

Ab wann kann man Montags bei jemandem, den man nicht kennt morgens anrufen?
Ich entscheide ab 8… – und gebe noch mal 3 Minuten dazu.

Schließlich machte es auch keinen Sinn 2 Stunden irgendwo hin zu fahren um dann vor verschlossener Tür zu stehen oder unwillkommen zu sein. Ich will ja gleich mehrere Dinge – Sonne, Schweine und gute Laune.
Denn das Bilder mit Tieren nicht mal eben so gemacht werden weiß ich nun auch schon ein Weilchen 😉
Wobei es mit einer Filmkamera ehrlich gesagt sogar leichter ist – da macht es nichts, wenn die Biester mal kurz unscharf sind – das merkt keiner… beim Foto schon.

Als ich Judith Beißwenger um 8:04 telefonisch erreiche, berichtet sie mir von einem dichten, düsteren Wolkenhimmel.
Egal. Ich fahre.
Der Verlag wartet schließlich und ich möchte das Thema Coverfoto endlich abschließen.

Grenzwertig – sagte ich doch schon 😉
Unterjoch liegt ganz nah an der Grenze zu Österreich und grenzt auch stark an alle Heimatfilm-Kitsch-Klischees, die man so kennt.
Wahnsinn.
Und doch wirklich schön.
Das kann man einfach nicht abstreiten.

Und der Hoiserhof ist eine Pracht.
Genau wie Mensch und Tier auf ihm.
Die Sau heißt Heidi, ist etwas über ein Jahr und ganz standesgemäß Mutter von 12 zauberhaften Ferkeln.

Alle Viecher laufen hier mehr oder weniger frei rum. Heidi und die Kleinen eher weniger…
Daher kommen aber auch Hühner und Enten im Stall mit aufs Bild.

Aber im Stall will ich ja eigentlich gar nicht fotografieren – mehr mit Landschaft.
Und menschlichen Zusätzen. Denn so hätte es der Verlag gerne.

Da macht es mir natürlich gleich Freude, dass sich die Hausherrin als absolut modeltauglich erweist.

Zumal die Ferkel zwar sehr süß sind, aber sich wirklich keinen Deut um mich scheren.
Sie laufen entweder weg oder stecken die Nase in den Boden.

Endlich still!
Endlich still!
Wie soll man denn da fotografieren?
Also müssen sie auf den Arm.
Was einen Riesenzirkus hervorruft.
Die Leute auf der Straße bleiben gar stehen und schauen, welch armes Tier hier gequält wird.
Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie diese kleinen, süßen Viecher schreien!

Judith Beißwenger ist zum Glück supercool.
Sie hält und hält und hält.
Und als wir genug von den Ferkeln haben holt sie auch Heidi raus.
Mit vollem Körpereinsatz versucht sie sie auf den optimalen Fotoplatz zu bugsieren.
Vergeblich.
Die hält einfach dagegen und will dort partout nicht hin.
Trotz Äpfeln, Brot und Möhren.
Wenn sie nicht mag, dann mag sie nicht…

Doch am Ende des Tages sind wir glücklich mit dem Erreichten und ich kann beruhigt heim

Ein gelungener Plan

In Cochem soll die Blüte besonders schön sein...
In Cochem soll die Blüte besonders schön sein…
Im Obstbereich bin ich mittlerweile ganz gut aufgestellt.
Allerdings versuche ich ja in dem Buch nicht nur die Vielfalt der Arten, sondern auch der Projekte ein wenig zu beleuchten… was liegt da näher, als ein Tourismus-Landes-Projekt.

Häufig sind es eher Einzelkämpfer, die sich für eine bestimmte Sache einsetzen.
Menschen, deren Vorfahren zum Beispiel schon immer diese Kohlsorte angebaut haben, oder die ursprüngliche Zutat einer regionalen Spezialität, wie Linsen.

Doch diesmal habe ich die Mosel entdeckt und den dortigen roten Pfirsich.

Als die beschwerliche Arbeit in den Weinbergen (natürlich vor allem in den Steillagen) mehr und mehr aufgegeben wurde, befürchteten die Gastronomen und Tourismusverantwortlichen, dass die Veränderung der Kulturlandschaft auch auf ihr Geschäft negative Auswirkungen haben könnte. Sicherlich mit Recht.

Aber statt sich kurzfristig und -sichtig mit Subventionen von Rebe zu Rebe zu hangeln, holten sie den Weinbergpfirsich erfolgreich zurück.
Ob denn nun die Römer Weinreben und Pfirsiche damals zeitgleich an die Mosel gebracht haben, lässt sich wohl abschließend nicht mehr klären.
Tatsache ist, dass durch den Aufschwung im Weingeschäft die alte und gewachsene Kombination dieser beiden Pflanzen auf engem Raum zugunsten von mehr Reben im letzten Jahrhundert aufgegeben wurde.

Und auch warum nun der Moselweinbergpfirisch unbedingt rot sein muss, kann ich nicht abschließend klären… jedenfalls ist der kleine haarige Gesell nicht unbedingt ein Frischobst-Genuss. Doch sein enormes Pfirsicharoma macht ihn nach der Verarbeitung zu Eis oder Konfitüre oder als Bestandteil eines guten Essens zu einem genussvollen Begleiter.

Sicher ist auch, dass die Moselleute im Frühjahr nun zusätzlich die schöne Blüte, im Herbst auch noch die Ernte haben – und alles in Kombination mit dem Wein. Das rechnet sich auch für die Winzer und ist eine typische win-win-Situation.

Und der Natur tuen solche Kombinationen auch gut…