GEMA – mehr als ein Reizthema

Helft mit, damit die Kleinkunst-Bühnen nicht verwaisen
Helft mit, damit die Kleinkunst-Bühnen nicht verwaisen
Urheberrecht finde ich wichtig und gut. Jeder Mensch soll für die Arbeit, die er leistet, angemessen entlohnt werden. Gerade und auch die Kreativen.

Aber was die GEMA (ein Verein der als staatlich anerkannter Treuhänder die Rechte von 60.000 deutschen Mitgliedern – Komponisten, Textautoren und Musikverleger – und über einer Million ausländischer Kreativer vertritt) ist leider unfassbar. Das hat nichts mit angemessener Entlohnung zu tun. Die Abrechnunswege und -methoden sind in keiner Weise nachvollziehbar.

Jeder, der Musik oder Texte verwendet und aufführt, muss dafür an die GEMA zahlen. Eigentlich also im Ansatz richtig.

Aber die Großen zahlen deutlich weniger als die Kleinen…das ist jetzt wohl auch der GEMA aufgefallen und sie plant eine 600% -Erhöhung für große Konzertveranstalter:

Bis 2014 möchte die Gema ihren Anteil an den Umsätzen der Konzertveranstalter deutlich steigern: zehn Prozent der Einnahmen sollen dann an die Verwertungsgemeinschaft fließen. Bisher zahlen die Konzertveranstalter sehr viel weniger.

Ihre Abgaben staffeln sich zurzeit nach der Größe des Konzerts. Für eine Veranstaltung mit bis zu 3.000 Zuschauern zahlen sie 1,9 Prozent der Einnahmen an die Gema; bei einer Show mit bis zu 15.000 Besuchern sind es 1,5 Prozent; bei Konzerten mit mehr als 15.000 Besuchern 3,6 Prozent.

Die Gema bezeichnet die derzeitige Höhe der Beteiligung als „unangemessen niedrig“. Die deutliche Aufstockung bis 2014 soll Schritt für Schritt vollzogen werden. Bereits ab dem 1. Februar zahlen die Konzertveranstalter mehr. Geplant ist ein Plus von 14 Prozent auf die derzeitigen Abgaben.
Quelle: Spiegel online –
Hier ist der ganze Artikel

Die Kunstbanausen e.V. entrichten für jedes Konzert, das nicht rein traditionelle Musik aufführt, heute schon 10% der Einnahmen als GEMA-Gebühren.


Und das ist eine Härtefallregelung, weil die normalen GEMA-Sätze auf unseren sehr kleinen Bühnen einfach gar nicht eingespielt werden können.

So geht die GEMA von einer Raumgröße von 100 qm aus…kleiner gibt es nicht.

Danach staffelt sie die Abgabe nach den Eintrittspreisen – da hat mich der Schlüssel schon immer fasziniert:

Ohne oder bis zu 1.- Euro kostet 21,50
bis 1,50 kostet 29,80
bis 2,50 kostet 46,60
bis 4.- kostet 62,70
bis 6.- kostet 78,90
bis 10.- kostet 84,90
bis 20.- kostet 100,40

Natürlich zuzüglich 7% Umsatzsteuer.

Hier ein Auszug aus der Tariftabelle
Hier ein Auszug aus der Tariftabelle

Wer sich das mal in Ruhe anschauen möchte, findet es auf der GEMA-Homepage hier

Also würden wir für ein Konzert im Keller rund 107.- Euro an die GEMA zahlen. Geld, das leider häufig gar nicht da ist. Weil nur wenige Zuschauer da waren.

Und die Künstler ja auch direkt von diesen Eintrittsgeldern bezahlt werden wollen. Außerdem entrichten wir 4,4% der Einnahmen an die Künstlersozialkasse, das Finanzamt erhält 7% und dann kommen natürlich noch die Veranstalterversicherung und zum Schluss die Aufwendungen wie Unterbringung und Verpflegung – und für die Arbeit die wir als Veranstalter leisten… dafür ist dann leider nur mehr ein Danke übrig.

Und so verhandlen wir jedes Jahr wieder, damit die Kleinkunst am Ammersee weitergeht.

Anfang des Jahres hat die GEMA alle bestehenden Verträge gekündigt und nun Subunternehmer beauftragt, in ihrem Namen nachzuforschen, wer, wann, wo Livemusik veranstaltet.

Da flattert einem dann eben mal so eine Rechnung mit 100% Aufschlag für ein bereits ordnungsgemäß gemeldet und abgerechnetes Konzert ins Haus – weil GEMA und Subunternehmer einfach schlecht miteinander kommunizieren.

Und so greift unser Schatzmeister wieder mal zum Telefon und schreibt Emails und Briefe… bis wir diese Rechnung zerreißen dürfen.
Das ist unheimlich mühsam und ärgerlich.

Zumal die „kleinen Künstler“ von diesem Geld meist gar nichts sehen – der Verteilerschlüssel bei der GEMA bevorzugt etablierte, große Künstler. Ein Missstand, der schon lange Protest hervorruft.

Nun gibt es eine Petition, die diesen Protest zu bündeln versucht.

Der Bundestag wird darin aufgefordert zu beschließen, dass „das Handeln der GEMA auf ihre Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz, Vereinsgesetz und Urheberrecht überprüft wird und eine umfassende Reformierung der GEMA in Hinblick auf die Berechnungsgrundlagen für Kleinveranstalter, die Tantiemenberechung für die GEMA-Mitglieder, Vereinfachung der Geschäftsbedingungen, Transparenz und Änderung der Inkasso-Modalitäten vorgenommen wird.“

Es wäre toll, wenn auch Ihr diese Petition unterzeichnen würdet. (Das geht online.) Denn dieses Thema wird nur auf die Tagesordnung des Bundestages kommen, wenn bis 17. Juli 50.000 Unterschriften gesammelt sind.

Bitte opfert diese drei Minuten für unsere Sache!

Hier der Link zur Petition.

Man muss sich registrieren, aber das geht schnell.

Die Petition ist übrigens eine Initiative der unermüdlichen Monika Bestle aus der Sonthofener Kulturwerkstatt. Und die hat jetzt auch einen Kult-Werk-Blog.

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