Kulinarischer Augen- und Gaumenschmaus

Meine besondere Vorliebe für die indische Küche beruht auf der Vielfalt der Kombinationen von warm/kalt, scharf/mild, süß/sauer und so weiter. Und dann dieser Duft und diese Farbenpracht…

Am Wochenende nehme ich mir manchmal die Zeit, dieser Vorliebe zu frönen und so gibt es heute für euch: Indische Lammkeule mit gedünstetem Möhren-Salat, Gurken-Tomaten-Minz-Salat, scharfen Paprika mit Sternanis und gebratene Bananen.

Dazu gab es bei uns auf Wunsch meines Sohnes normalen Reis und keinen meiner vielen indischen Pilaws 🙂

Auf jeden Fall ist Highnoon heute kein Thema… ich habe noch Reste!

Die Lammkeule muss über Nacht marinieren – also kein Rezept für Ungeduldige.

Indische Lammkeule

1 Lammkeule
– das sichtbare Fett und alle Sehnen mit einem scharfen Messer entfernen.

Indische Marinade:
1 TL Kreuzkümmel (Cumin) – nicht gemahlen
5-6 grüne Kardamonkapseln
8 Nelken
1 Zimtstange
– in einer Pfanne ohne Fett anrösten, bis die Gewürze zu duften beginnen.
Abkühlen lassen. Dann in einem großen Mörser (möglichst aus Stein – bei Holz zieht das Aroma ein und ihr könnt ihn nicht mehr gut für andere Gewürzrichtungen hernehmen) die Gewürze zerstoßen.

2 kleine Zwiebeln
4 Knoblauchzehen
– schälen und sehr fein hacken
2 frische, rote Chilischoten
– aufschneiden, entkernen und sehr fein hacken
Stückchen Ingwer (nach Geschmack)
– schälen und reiben

Diese Zutaten kommen nun auch in den Mörser und werden mit
1/2 TL schwarzen Pfefferkörnern
1 TL grobes Meersalz
2 EL kleingehackten Salzmandeln
1 TL Kurkumapulver
1 EL Honig
und dem Saft von
2 Limetten
zu einer Paste verarbeitet.
Zum Schluß wird ein Becher Joghurt untergehoben und die Marinade auf der Keule verteilt.

Dann kommt sie über Nacht in den Kühlschrank.

Den Ofen auf 190 Grad vorheizen und die Keule in einem Bräter mit Deckel rund 90 Minuten schmoren lassen. Wenn es zu duften beginnt, kann man den Deckel abnehmen und weitere 30 Minuten braten – dann bekommt sie eine schöne Kruste.

Gurken-Tomaten-Minz-Salat

1 Gurke
3-4 Tomaten
1 Becher Joghurt
1 TL gemahlener Kreuzkümmel (Cumin)
etwas Meersalz

3-5 frische Minzblätter (das richtet sich stark danach, mit welcher Sorte man arbeitet – manche sind deutlich aromatischer als andere)

Die Gurke wird geschält und entkernt – dann auf einer Reibe geraspelt. Danach drückt man sie aus. Es ist gut, wenn ihr euch da Zeit lasst und es immer mal wieder ausdrückt… sonst wird der Salat zu wässrig.
Und gebt bitte kein Salz dazu… das wird dann zu intensiv.

Die Gurkenschnitzel werden mit dem Joghurt, Salz und Kreuzkümmel vermischt und ganz zum Schluß werden die kleingewürfelten Tomatenstücke und die kleingeschnittenen Minzblätter untergehoben.
Abschmecken – Fertig.

Gedünsteter Möhren-Salat

3-4 knackige Möhren
1 grüne Chilischote
1 TL schwarze Senfsamen
1/4 TL Asafötida
1 EL brauner Zucker
1/2 TL Currypulver
1 TL Zitronensaft
1/2 Becher Creme fraiche
1/2 Becher Joghurt

Die Möhren werden geschält und dann grob geraspelt. In einer Pfanne mit hohem Rand etwas Usli Ghee (oder Butterschmalz) schmelzen und dann die Senfsamen anrösten.

Vorsicht – die springen – da braucht ihr einen Spritzschutz.
Wenn das Springen nachläßt, kommt die entkernte und kleingeschnittene Chilie in die Pfanne und wird kurz angeröstet.
Dann folgen Asafötida und Zucker. Wenn der Zucker schmilzt, können die Möhrenschnitzel dazu.
Rasch wenden, damit alle etwas von den Gewürzen abbekommen. Jetzt ist der Auftritt des Currypulvers…

Die Möhren sollten solange in der Pfanne bleiben, bis sie ihren rohen Geschmack verloren haben… das dauert circa 5 Minuten – zur Not einfach probieren. Dann etwas abkühlen lassen.

Nun werden alle Zutaten in einer Schüssel vermischt und abgeschmeckt.

Gebratene scharfe Paprkia mit Sternanis

2 Paprikaschoten – gerne verschiedenfarbige
1 rote Chilischote
2-3 Sternanis
1 EL braunen Zucker
etwas Meersalz
etwas Fett

Die Paprika entkernen und in nicht zu kleine Stücken schneiden. Die Pfanne mit etwas Fett vorheizen und die entkernte und kleingeschnittene Chili anrösten.

Dann kommen sehr schnell die Paprika, der Zucker und der Sternanis dazu.

Bei mittlerer Temperatur einige Zeit rösten – die Paprika sollten im Idealfall noch einen Hauch von Biss haben, aber auch schon Röstspuren aufweisen.
Mit etwas Salz würzen und warm servieren.

So – gebratene Bananen – da muss ich ja wohl nichts zu sagen… und meine leckeren indischen Pilaws hatten wir ja auch nicht… die Rezepte kommen bei Zeiten.

10 Antworten auf „Kulinarischer Augen- und Gaumenschmaus“

  1. MMMhhhhh….da läuft mir das Wasser im Mund zusammen…..vor allem das Rezept mit der Lammkeule werde ich probieren….und die Lammkeule kaufe ich natürlich nur auf dem Dießener Markt…wo sonst?
    Aber….ich möchte demnächst ein „Humus“ anbieten….ich habe schon ganz leckere gegessen, weiß aber nicht wirklich, wie man ein gutes Humus zubereitet….hast du eine Idee???

    Herzliche Grüße
    Andrea

  2. Du solltest den Möhrensalat nicht unterschätzen – ich liebe ihn 🙂

    Und wenn ich Humus mache, greife ich gerne auf ein Rezept vom Perfekten Dinner zurück. Sensationell.

    Herzliche Grüße
    Anne

  3. Oh Anne, das klingt s.e.n.s.a.t.i.o.n.e.l.l. Wenn Du magst, hätte ich noch ein passendes Dhal-Rezept dazu. Vielleicht zur nächsten Lammkeule? Passt aber auch hervorragend zu Fisch jeglicher Art.
    Liebe Grüße
    Claudia

  4. Immer her damit!

    Und ich weiß ja, dass wir alle drei unsere Lammkeule in der Dießener Markthalle kaufen… wie war eure denn?

    Liebe Grüße
    Anne

  5. Unsere war großartig – obwohl das Rezept ein wenig von Deinem abweicht. Die Reste haben wir am nächsten Tag noch auf den Grill gelegt – das war erst LECKER. Ich such das Dhal-Rezept mal raus und schicks Dir dann.
    Liebe Grüße
    Claudia

  6. Gegrilltes Lamm kling natürlich super! Da werde ich doch glatt drauf warten…. denn bei aller Liebe – Grillen ist zur Zeit ja nicht verlockend.

    Herzliche Grüße
    Anne

  7. Mensch Anne,

    das klingt ja mal wieder super lecker. Mir läuft schon wieder das Wasser im Mund zusammen :-))

    Liebe Grüße aus dem Regen 🙁

  8. Am letzten Samstag habe ich auf dem Yoveda-Sommerfest die Salate und das Hummus angeboten….und es war sooo lecker!
    Du hattest recht, Anne, der gedünstete Möhrensalat ist eine Sensation und das Hummus war auch sehr gut. Beim Gurken-Tomaten-Minz-Salat würde ich die Gurken zukünftig nicht mehr raspeln sondern in kleine Stücke schneiden….. Danke für die tollen Rezepte!

    Herzliche Grüße

    Andrea

  9. Jetzt habe ich schon von so vielen gehört und gelesen, die von dem Rezept schwärmen, dass ich mich am Samstag ganz früh in die Markthalle begeben werde und danach das Rezept nachkochen werde.
    Aber kann mir jemand sagen wo man das Gewürz Asafötida bekommt?
    Viele Grüße Andrea

  10. Also – Asafötida riecht grauenhaft – schmeckt aber super… und wenn du einmal ein Döschen gekauft hast, hält das dein Leben lang. Denn man nimmt immer nur eine ganz, ganz kleine Menge.
    Es wird in der indischen und ayuvedischen Küche als Gewürz – und Heilmittel eingesetzt und auch Teufelsdreck oder Stinkasant genannt.

    Ich habe es beim Asiaten in München (Gasteig) gekauft aber auch im Internet bei einigen Internetshops habe ich es gesehen.

    Viel Spaß
    Anne

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