Die moderne Form der “Stillen Post”

„Stille Post“ – das kenne ich noch aus dem Kindergarten oder vom Kindergeburtstag: möglichst viele Kinder stehen/sitzen nebeneinander und der erste in der Reihe denkt sich ein Wort aus, dass er seinem Nachbarn leise ins Ohr flüstert.

Nun wird der Begriff von Mitspieler zu Mitspieler weiter geflüstert und das Kind am Ende der Reihe verkündet laut, was angekommen ist. Mit dem ersten Wort hat dies in der Regel nicht mehr viel gemeinsam.

Doch jeder ist sich ganz sicher, das weitergesagt zu haben, was ihm übermittelt wurde!

Aus diesem Grund wird der Begriff „Stille Post“ auch gerne für eine Verfälschung von Nachrichten durch die mehrfache mündliche Weitergabe verwendet.

So entstehen Gerüchte. Harmlose und weniger harmlose.

Die moderne Variante ergibt sich nun durch den Einsatz und das Eigenleben der technischen Kommunikation.

Schickt jemand von seinem Handy eine SMS oder gar MMS (also mit Bild) an ein Handy, dass andere Grundeinstellungen oder nicht die Kapazität oder Funktion hat, kommen häufig sehr seltsame Gebilde dabei raus.

Das Handy versucht ganz artig die eingehenden Informationen zu deuten und kann aber nur auf vorhandene Muster zugreifen… mit dem abgeschickten (und wohl auch beabsichtigten) hat dies nur mehr wenig zu tun.

Wir haben das mal in einem Selbstversuch (7 Personen, 2 Stunden, 2 Flaschen Wein) am Abend ausprobiert und waren doch sehr überrascht, welche Figuren und Botschaften da entstanden.

„Den habe ich ja gar nicht“ war noch die harmloseste Variante….manch übermittelte MMS besagte das Gegenteil der ursprünglichen Mitteilung.

Und auch bei Emails, die ja häufig kurz und knapp sind ist die Fehlerquote hoch.

Schnell geschrieben, schnell gelesen und darüber hinaus gerne mit Smileys und Netzjargon aufgepeppt.
Dabei hat der Angeschriebene vielleicht keine Ahnung was 2F4U oder LOL heißen soll.

Und somit ist die Information wirklich To Fast For You (2F4U) und das Lothing Out Loud (LOL) bleibt einem im Hals stecken.

Die Grundformen 🙂 für positive Gefühle und Witze und 🙁 für negative Gefühle wurden am 19. September 1982 vom späteren Informatikprofessor Scott E. Fahlman vorgeschlagen, der damit als Erfinder der elektronischen Smileys gilt. Diese Grafiken deuten nach links gekippte Gesichter an, die fröhlich respektive traurig aussehen.

Quelle: Wikipedia – da gibt´s auch eine Liste der gebräuchlichsten Abkürzungen

Die Weiterleitung an einen anderen Empfänger – oder auch zurück – kann diese Sache oft nur verschlimmern und das Ergebnis bleibt wie schon seit Urzeiten: von der eigentlich beabsichtigten Information bleiben nur Fragmente übrig.

Wenn mir also daran gelegen ist, dass der andere mich versteht, muss ich wohl nach wie vor das persönliche Gespräch suchen… am besten Auge in Auge.
Damit wir Freunde bleiben!

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