Eiben – die Bäume der Druiden

Der ehemalige Klosterwald von Wessobrunn hat mit über 2.000 alten Eiben eine der größten Ansammlung dieser faszinierenden und mystischen Bäume in ganz Deutschland.
Bis zu 1000 Jahre sollen einige davon schon auf dem Buckel haben.

Manche Eiben-Stämme drehen sich in und um sich selbst, wachsen umgefallen einfach weiter, sind hohl oder gespalten oder auch durch Spechtringe verziert.
Ganz gleichmäßig zieht sich da Kreis um Kreis am Stamm hoch.

Diese Bäume sind eher keine Riesen, aber dafür Individuen… vielleicht gibt es auch deswegen männliche und weibliche Eiben 😉

Man kann sich schwerlich zurückhalten und ertappt sich immer wieder dabei, wie man so ganz nebenbei über die Rinde streichelt…

Wirkliche, echte Fans umarmen Baum für Baum.


Dazu kommt dann noch das klare, fließende und leise murmelnde Wasser, das diesem Wald seine enorme Lebendigkeit und Ausstrahlung verleiht.
Trotz des hohen Alters.

Die Eiben stehen hier auch nicht in einer Monokultur, sondern haben nur gegenüber Fichten und Buchen einen leichten Standortvorteil.
Der Boden des Waldes besteht aus einer dicken Tuffsteinschicht und einer dünnen Humusschicht. Das mag nicht jeder Baum…
Deshalb gibt es hier einfach mehr Eiben als anderswo.
Aber eben nicht ausschließlich.

Dr. Fritz Kollmann gilt als Entdecker des Paterzeller Eibenwaldes. Seinen Bemühungen ist es zu verdanken, dass hier vor etwa 100 Jahren eines der ersten Naturschutzgebiete entstand.

Zum Glück. Denn das Holz war für die Herstellung von Waffen (Pfeil und vor allem Bogen) gesucht. Außerdem ist es ein hervorragendes Drechsler-, Schnitz- und Bildhauerholz, für Musikinstrumente wird es auch heute noch gerne verwendet. Doch da der Baum auf der Roten Liste steht, ist es selten und teuer.

Und andererseits sind der Baum und seine Früchte giftig – daher wurde er von Bauern und Hirten nachhaltig bekämpft.

Ein natürlicher Feind der Eibe ist zudem das Wild (diese Tiere wissen im Gegensatz zu Kühen, Schafen und Pferden, wann und was und vor allem wie viel man essen darf), das die jungen Triebe mit Begeisterung verspeist. Daher sind Teile des Waldes jetzt zum Schutz eingezäunt.
Damit neue Generationen heranwachsen können – auch wenn Eiben ja als fast unsterblich gelten…

Daß Eiben mehrere Menschengenerationen überleben können, hat walisische Priester veranlasst, die Lebensdauer auf sagenhafte 19.683 Jahren festzulegen.
Sie machten damit die Eibe zum langlebigsten Geschöpf der Erde, zum Geschöpf der Ewigkeit und zu einem der allerheiligsten Druidenbäume. Aus dem Holz der Eibe wurden Schutzamulette, Wahrsagehölzer und Zauberstäbe gefertigt. Und noch heute gilt: vor den Eiben kann kein Zauber bleiben…

Quelle: magische-natur.de/blog

Und leider gibt es doch immer wieder Idioten.
So wurde eine 700 jährige Eibe 1997 Opfer eines Brandanschlages. Ihre Reste stehen noch als Mahnmal im Wald.
Solche Dinge machen mich fassungslos und sehr wütend.

Ich war nun zum ersten aber ganz sicher nicht zum letzten Mal in diesem Wald und muss auch sagen, dass mir der lockere Pfad mit kurzen Informationen sehr angenehm aufgefallen ist. Da nimmt man einfach mal so im Vorbeigehen ein wenig Wissen an.
Und für Kinder ist so ein Ausflug in Wald mit Bach auch zu empfehlen.

Eine Antwort auf „Eiben – die Bäume der Druiden“

  1. HALLO Anne,
    nicht alles an diesen Bäumen ist giftig….
    die roten reifen Früchte kann man essen
    (ich habs probiert, das Fruchtfleisch schmeckt gut)

    aber!!! man muss die Kerne ausspucken…..

    Theoretisch wäre also sogar Marmelade möglich…..Theoretisch!

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