Ewig schad’

Diese bayerische Ur-Gemütlichkeit, die sich mal im Miteinander und in der Sprache häufig zeigt, hat es mir angetan.
Ganz ehrlich, hätte ich gerne selbst mehr davon… aber nur davon!

Leider bin ich nur Zaungast – so wie an diesem schönen Herbsttag am Ammersee, als der Schaufelraddampfer Herrsching kurzfrist- und -zeit-ig seinen Fahrplan änderte, drehte und zurück fuhr.

Eine betrachtete Gesellschaft feierte und lärmte und verspottete den einen, der seinen Hut in die Freiheit entlassen hatte.
Eine Riesengaudi. „Ewig schad’“ weiterlesen

Bekenntnis zur Reisfraktion

Es ist immer wieder erstaunlich, wie und worüber sich die Geister scheiden.
Dieses mal geht es um Pro oder Contra zu „Reis in der Paprikaschoten-Füllung mit Hackfleisch“.

Ich oute mich mal gleich als pro 😉

Ich finde nämlich, dass die Hackfleischfüllung dadurch lockerer wird.
Und leckerer.. eh klar.
So wie man ja auch bei einer Frikadelle durchweichtes Brötchen oder Semmelbrösel zugibt.

Außerdem entwickelt sich so unser Wochenend-Essens-Ablaufplan ganz wie von selbst:
Einkauf
Hot Wok (Rezept kommt noch – versprochen!)
Zerfledderte Hühnerbrust
Gefüllte Paprikaschote (heute)
… nächster Einkaufs-Input.

So kann ich immer Reste des einen im anderen weiterverwenden.

Paprikaschote mit Hackfleisch-Reis-Füllung

4 Paprikaschoten (gerne rote und gelbe – grüne finde ich nicht so gut)
1 Pfefferschote
300 g gemischtes Hack
etwa 200 g gekochter Reis
1 Zwiebel
1 Dose geschälte Tomaten
Paprikapulver pikant
Salz, Pfeffer, Zucker
Gemüsebrühe
Sahne

Die Paprikaschoten oben aufschneiden (Deckel behalten) und Kerne und Trennwände entfernen.
Hack mit Reis, 1/2 klein gewürfelten Zwiebel, Paprikapulver, Salz und Pfeffer mischen. Wenn es zu trocken ist, ein wenig Sahne zugeben. Pikant abschmecken.

In einem Topf die übrige gebliebene (natürlich klein gewürfelte) Zwiebel in Butter anbraten. Die klein geschnittene Pfefferschote und eventuell vom Hot Wok zurück gelassene Paprikastücke oder Frühlingszwiebeln mit anrösten.
Ruhig richtig rösten, aber auf keinen Fall verbrennen.

Tomaten mit Saft in den Topf. Etwas Zucker. Dann die Brühe angießen.
Die Paprikaschoten füllen und in den Topf setzen. Die Flüssigkeit darf ruhig bis zu 3/4 hoch sein.
Dann den Deckel schließen und bei mittlerer Temperatur etwa 45 Minuten bis 60 Minuten schmoren.
Es beginnt zu duften – dann ist es fertig.
Und die Schoten sind dann noch nicht zu weich.

Paprikaschoten mit einem Schöpflöffel entfernen, den Sud mit einem ESGE-Stab pürieren, etwas Sahne zugeben und die Soße abschmecken.
Die Schoten kommen anschließend natürlich wieder zurück in den Topf (doch nie für lange) und ich gebe gerne Weißbrot dazu… damit die Soße auf dem Teller auch ordentlich aufgegessen werden kann 😉

Echt UN-Perfekt – in Deutsch

Manchmal fühle ich mich alt.
Ziemlich alt sogar. Zum Beispiel wenn ich meinem Sohn bei der Vorbereitung auf den Jahrgangsstufen-Test in Deutsch helfe.
Oder besser – helfen will.

Denn da stoße ich plötzlich an Grenzen.
Sie ähneln stark „der Wand“, die Marlene Haushofer aufhielt.
Unerwartet, Unsichtbar, Unnötig, Unüberwindbar, Unerklärlich.

Um ihm die einzelnen Zeitformen der deutschen Sprache leichter verständlich zu machen, habe ich eine kleine Liste angefertigt.
Gegenwart – Präsens
Zukunft – Futur
Vergangenheit – 1. Imperfekt, 2. Perfekt, 3. Plusquamperfekt

Soweit alles klar.
Doch dann stoßen wir auf einen Frage nach dem Präteritum…
Mist – was ist das?

Die erste Vergangenheit.

Doch die heißt doch „Imperfekt“ – meint auch sein Lehrer, wie er mir sehr glaubhaft versichert… – naja, der ist schließlich auch locker in meiner Altersklasse 😉

Also – ran ans Quellenstudium – da bin ich als Journalistin immer schnell mit bei der Hand:

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Der richtige Weg

„Damit der Schwung nicht verloren geht“, so Dr. Thomas Goppel, wurde dem Förderkreis Schacky-Park Dießen am Ammersee e.V. im Rahmen einer kleinen Feierstunde eine Urkunde des Bayerischen Staatministers für Umwelt und Gesundheit, Markus Söder überreicht.

“Für vorbildliche Leistungen im Dienste eines aktiven Schutzes von Umwelt und Gesundheit”, lautet der offizielle Titel der Umwelt-Urkunde vom November 2010.

Den unmittelbaren Zusammenhang von Umwelt und Gesundheit vermittelte dann auch Fördervereinschef Prof. Dr. Vinzenz Brinkmann.
Er berief sich auf eine neue Studie aus Frankreich, die belegt, dass Menschen gesundheitlich von der aktiven Bewegung in der Natur profitieren.
So sei die in der Natur verbrachte Zeit nicht nur gut für das unmittelbare und seelische sondern auch für das körperliche und langfristige Wohlbefinden.
Und eine Verlängerung der Lebenszeit sei nachweisbar.

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Der doppelte Heinz – doch kein Copycat

Was Katzen mit dem Kopieren von Geschäftsmodellen zu tun haben sollen, ist mir nicht ganz klar.

Und so stolpere ich über den Ausdruck „Copycat“ im Artikel „Rasch klonen und viel gewinnen“ der taz (29.8.11).

Dort wird erklärt, dass mit „Copycat“ (meist deutsche) Klone (meist amerikanischer – aber auf jeden Fall immer erfolgreicher!) Internetfirmen gemeint sind.
Sowohl die Geschäftsidee, als auch die Umsetzung und sogar das ganze Design des Klons hält sich so nahe wie irgendwie möglich an die Ursprungsidee.

Berühmt berüchtigtes Beispiel ist studiVZ als Abklatsch von Facebook.
Und genauso berühmt berüchtigt: die Gebrüder Samwer.
Aus Deutschland.
Alexander, Marc und Oliver.
Die haben dort ihre Marktlücke entdeckt.

Ganz eigenständig – ohne, dass ihnen DAS einer vormachen musste 😉

1999 gründeten sie mit drei Partner eine Plattform für Onlineverkäufe in Deutschland … alando.

Und verkauften ihre Anteile nach einem Vierteljahr ans amerikanische Vorbild von alando – eBay.
Für erstaunliche 43 Millionen Dollar.
Damals erstaunlich – weil so viel.
Später so erstaunlich – weil wahrscheinlich doch gar nicht so viel.

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Der Tag wird kommen

Jedes Jahr.
Am zweiten Sonntag im September.

Und Petrus hatte auch in diesem Jahr wieder ein Einsehen – denn bereits zum sechsten mal lud der Förderkreis Schacky-Park Dießen am Ammersee zum bundesweiten Tag des offenen Denkmals.

Wer wissen will, was in den vergangenen Jahren geboten wurde, findet hier bei „Geschichte zum Anfassen“ einen kleinen Überblick.

2010 war ich selbst nicht dabei – dafür aber elf Kutschen aus den unterschiedlichsten Epochen, so wie Wagner, Sattler und Schneider und – rund 500 Besucher… Das Motto lautete: Kultur in Bewegung – Reisen, Handel und Verkehr

Und nun also 2011.
Romantik, Realismus, Revolution – Das 19. Jahrhundert

Wer nun glaubt, da kann der Schacky-Park nichts bieten, der unterschätzt unsere Kreativität 😉

Von 11 bis 18 Uhr war geöffnet, alle 2 Stunden wurde geführt. Besonders spannend war natürlich die Führung um 15 Uhr.
Da konnte der Vorsitzende der Ammersee Heimatforscher, Herwig Stuckenberger, Neuigkeiten aus der Geschichte des Parks live vor Ort präsentieren…

Um 14 Uhr tanzte das Ensemble Barocco am Monopteros zu Musik von J. S. Bach.

Das Teehaus, dessen zweiter Bauabschnitt abgeschlossen ist, stand ganz im Zeichen der Literatur. Marie-Luise Dastis präsentierte Bücher aus und über die Region, die zum Teil auch Informationen zum Schacky-Park bieten. Ein Renner waren die Taschen, die Familie Kaun aus Motiven des Parks gefertigt haben. Da werden wir sicherlich für die Weihnachtszeit Nachschlag liefern.

Am Entenhaus brummte der Kaffee- und Kuchen-Verkauf und ab 15 Uhr spielte Otto Göttler (ehemals bayerisch diatonischer Jodelwahnsinn) mit Willie und Jank kritisch amüsante Volksmusik.
Bitte nicht verwechseln mit volkstümlicher Musik!

Und obwohl der Überblick heuer etwas schwierig war, da beide Eingänge geöffnet waren – kommen unsere Schätzungen doch wieder auf 400 bis 500 Besucher.
Trotz der Hitze.
Aber im Park gibt es ja auch zahlreiche schattige Plätzchen, an denen es sich gut aushalten lässt.

Nächstes Jahr geht es weiter – ihr könnt euch den Termin ja schon mal vormerken.

Zusätzliche Fotos auf der Schacky-Homepage