Ich gestehe…

… die Rindertexte sind doch nicht alle fertig.

Es hat sich einfach gezeigt, dass es für mich nicht gut ist alle gleichen Gruppen zusammen zu schreiben.
Der Berg war einfach viel zu hoch.
Und ich bin in der Mitte des Anstiegs frustriert ausgestiegen.

Jetzt müsst ihr nicht befürchten, dass ich wie die Bundesregierung im wilden hin und her den Ausstieg vom Einstieg in den Ausstieg plane.
Das Projekt steht und ich schreite/schreibe voran.
Ende November mit allen Texten fertig zu sein ist allerdings unrealistisch.
Immerhin muss ich noch immer in die Mitte Deutschlands um dort die Reportagen zu den Rhönschafen, den Schwäbisch Hällischen Schweinen und dem Maiwirsing zu machen. Und am 7.11 ist Termin in der Schweiz beim Küttiger Rüebli.

Aber ich bin überzeugt, dass ich bis Weihnachten auf dem Gipfel stehe.
Und mich dann wieder vorsichtig nach unten tasten muss…

Doch seit ich immer mal wieder ein anderes Thema dazwischen schiebe, läuft es auch bei den Rindern wieder besser.

Das Glanrind ist heute an der Reihe.
Da hatte ich mich ja schon mal wegen der Schläge vergaloppiert.

Immer diese Verwandtensuche

Sieht doch auch wirklich lecker aus, oder?!
Sieht doch auch wirklich lecker aus, oder?!
Suche – nicht Besuche – wobei die natürlich auch ihre Tücken haben…
Doch in diesem Fall geht es um Kohl.

Bremer Scherkohl ist nicht wie häufig zu finden mit Rübstiel und Stielmus verbandelt.
Das sind Rübenarten, deren Grün abgeschnitten wird.

Der Bremer Scherkohl ist eher ein Stiefbruder des Raps und wenn man will wohl auch ein Cousin des „Ewigen Kohls“.
Beim Bremer Scherkohl zeigt sich also mal wieder, wie wenig man sich auf die Internetgeschichten (und leider auch auf gedruckte Werke) verlassen kann.

Doch da habe ich ja zum Glück meinen Wilstedter „Email-Joker“.

Schnell, kompetent und wirklich sehr charmant klärt mich Jochen über all die falschen Kleinigkeiten auf, die ich da so mühsam zusammen gesucht habe.
Ach, wenn doch alle Texte so leicht zu bewältigen wären 😉

Was ich aber wirklich sagen muss: ich habe bei all den vielen Dingen, die ich seit Start des Buchprojektes probieren durfte, nichts gefunden was den Geschmack des Bremer Scherkohls topt!

Und da ich jetzt ja weiß, wie man ihn zu behandeln hat, will ich es im nächsten Jahr unbedingt mal ausprobieren…

Haube statt Kamm

Trägt das kleine Appenzeller Huhn.
Und dies sicher nicht, weil es auf den Friseur verzichten will.

Die zierlichen, hübschen Hühner sind echte Bergbewohner und da ist es doch klimatisch etwas rauer.
Im Winter auch bitterkalt.

Und wer schon mal mitbekommen hat, wie empfindlich Hühner an Kämmen und Lappen sind, dem leuchtet der Vorteil einer Haube natürlich sofort ein.
Mir jetzt ja auch…
Und vielleicht versteht ihr ja langsam, wieso ich solche Projekte liebe – es ist einfach alles soooo spannend 😉

Oder wußtet ihr schon vorher, dass Hahnenkämme als Delikatesse gelten????
Ich nicht.

Vielleicht geht es ja mit etwas Leichterem…

… ich komme mit den Rindern einfach nicht weiter.
Also muss jetzt die Cröllwitzer Pute dran glauben.

Natürlich nicht in Wirklichkeit – ich habe schließlich gar keine.
Aber ich hoffe natürlich, dass ich mich an die letzten beiden Rinderrassen traue, wenn ich bei einem anderen Thema endlich mal wieder einfacher voran gekommen bin.

Und was ist da netter als so eine kleine, hübsche Pute?
Wußtet ihr, dass die eigentlich auf Bäumen leben?
Für mich war das völlig neu.

Kann man sich bei den armen Kreaturen die sich kaum auf den Beinen halten können, weil sie total überzüchtet sind so gar nicht vorstellen.

So viel zu „was leichterem“ 😉

Da kocht einem ja glatt die Galle über und ich muss mich wirklich schwer beherrschen, den netten Ton zu wahren und nicht in wüsten Beschimpfungen zu enden.

Und den Schwachsinn von „Biopute“ solltet ihr am besten auch gleich vergessen… siehe taz

Und noch mal zurück in den Schwarzwald


Aber leider nur inhaltlich.
Nachdem ich die kleine Reportage über Hubert Schätzle ja schon fertig habe, geht es heute um diese wirklich zauberhaften Rinder.

Da kommt Gerda
Da kommt Gerda
„Hinterwäder“ – da denkt ja so mancher gleich an „Hinterwäldler“ – ist aber natürlich ganz was anderes.
Es gibt nämlich im Gegensatz zu ihnen auch noch die etwas größeren „Vorderwälder“. Wahrscheinlich sind diese wegen des besseren Futterangebots größer. Denn die Vorderwälder leben in den tieferen Lagen und den „vorderen“ Teilen der Täler.

Die Hinterwälder sind im „hinteren“ Teil der Täler an den kargeren Hängen zu Hause. Beide gehören zum sogenannten „Wäldervieh“, sind aber eigenständige Rassen.
Die mageren Wiesen an den steilen Hängen des Südschwarzwalds sind sicher kein Rinder-Schlaraffenland. Hier zählen Trittsicherheit und gute Futterverwertung mehr als Größe und Gewicht.
Der Ertrag von Milch und Fleisch ist bei den Hinterwälder Rindern im Vergleich zu reinen Milch- oder Fleischrassen geringer. Wenn man allerdings die Umsetzung des kargen Nahrungsangebotes in Milch und Fleisch berücksichtigt, schneiden die kleinen Tiere erstaunlich gut ab.

Wie schlau und eigenständig sie sind, habe ich ja schon mal kurz bei Schwarzwald-Schönheit anklingen lassen….

Ganz besonders bezaubert hat mich natürlich Gerda!

Sie ist die älteste Kuh von Hubert Schätzle, hat 16 Kälber und ist mindestens 18 Jahre alt. Dafür ist sie erstaunlich gut zu Fuß und auch wenn sie nicht vorne bei den anderen mit rennt und ihr eigenes Tempo hat.Ich finde es einfach unheimlich schön mal eine Kuh dieses biblischen Alters erleben zu dürfen…