Der Jakob Fischer Platz

Ich bin bei Slow Food in so manchem lokalen Verteiler – natürlich gerne aus der näheren Umgebung und da gehört Ulm eindeutig mit dazu.
Die dortigen Kollegen versorgen mich derzeit mit immer neuen Informationen zu Jakob Fischer – dabei war es doch eh schon klar, dass der mit ins Buch darf.

Vielleicht ist es mehr der Stolz über das Geleistete, als eine Erinnerung an mich (zumal die vom Buch sicherlich noch gar nichts wissen).

Jedenfalls gibt es nun einen Platz, der seinen Namen trägt.

Jakob Fischer holte sich 1903 einen kleinen Wildwuchs in den eigenen Garten in Rottum, der ihn rund zehn Jahre später mit prächtigen Äpfeln erfreute. In den zwanziger und dreißiger Jahren wurde der nach ihm benannte Apfel in allen Baumschulen gehandelt. Der mittlerweile mehr als hundertjährige Urbaum steht erstaunlicher Weise immer noch. Ein Orkan soll ihn 1920 entwurzelt haben – doch Jakob Fischer hat ihn gerettet!

Sehr schöne Geschichte, finde ich…

Schon ein wenig wie bei Madame Tussauds

Der ist echt!
Der ist echt!

Es gibt Dinge, von denen ein normal Sterblicher (so wie ich) wirklich noch nie gehört hat.
Und auch nur hört bzw. liest, wenn er sich auf gänzlich abseitige und neue Pfade begibt.

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie spannend die Jahreshefte des Pomologenvereins sind!
Wirklich.

Da sind neben den Geschichten und Hintergründen die ich für mein Buch brauche auch immer wieder Randgeschichten, die ich zwar leider nicht dort berücksichtigen kann – aber dafür hier.
Die Sache mit dem Mist war schon so eine – und heute geht es um ein „Modellfrüchtekabinett“.

Darüber berichten Ute und Klaus Schuh ausführlich im Jahresheft 2011 aus Anlass des 100jährigen Bestehens der Obstbauschule in Schlachtern am Bodensee. Dabei handelt es sich um eine Art „anschauliches Obstlexikon in 3D“.

Die Fruchtmodell stammen aus unterschiedlichen Zeiträumen seit Ende des 18. Jahrhunderts und wurden aus verschiedensten Materialien möglichst naturgetreu hergestellt – Keramik, Porzellan, Pappmaché, Wachs sowie verschiedenen Kombinationen dieser Stoffe und Eigenentwicklungen der jeweiligen Herstellerfirmen.

Jede Frucht ist ein Unikat.
Auch im Kabinett 😉
Teilweise wurden echte Früchte in Gips geformt, diese Form geteilt und anschließend ausgegossen. Stiele und Blätter wurden später individuell ergänzt.
Die verwendeten Naturfarben geben auch heute noch erstaunliche farbliche Realitäten der nachgebildeten Früchte wieder.
Da sieht man auf Fotos kaum einen Unterschied.
Die Früchte wurden zu Schulungszwecken benutzt… da könnte manch Lehrmittelausstatter von heute sich gerne mal ein Scheibchen abschneiden.

Hier findet ihr auch Fotos dazu – ich war aus zeitlicher Knappheit leider noch nicht dort – finde es aber wirklich sehr spannend.

Einen schönen weiterführenden Text zu einem anderen Kabinett in Bamberg habe ich beim Deutschlandfunk gefunden.

Reiseplanungen


Ja, ja – ich weiß – im Verlag geht man davon aus, dass ich entweder alles schon weiß und kenne oder sonst alles per Telefon und Internet erfahren kann.
Aber so bin ich (leider) nicht.

Und aus diesem Grund tüfftel ich schon ein Weilchen an meiner Reiseroute.
Nein – an Routen.
Denn es sind mehrere Touren fällig: Süden, Mitte, Norden.
Eigentlich würde ich am Liebsten alle besuchen. Doch das geht gar nicht.
So habe ich nun die ausgewählt, zu denen auch eine Reportage geplant ist und ich die Fotos mache…

Aber was die Zeit dann schließlich erlauben wird, werden wir sehen.
Jetzt geht es erstmal um den Süden – ich will diesmal in die Schweiz und den Schwarzwald.
Rhabarber und Hinterwälder locken und eigentlich hätte ich in Baden-Württemberg ja auch gerne noch mehr abgedeckt (weil da einiges zu finden ist) … aber das passt zeitlich alles irgendwie nicht gut rein.

Auch meine Idee mit Sohn zu fahren, funktioniert nicht… die Ferien sind jetzt um. Schade.

Natürlich kommt bei dieser „Rumgondelei“ – wie mein Vater es nennt – auch ein wenig meine Liebe zum Reisen mit rein. Urlaub ist bei uns ja in den letzten Jahren immer mehr ins Hintertreffen geraten und so hole ich mir hier ein Häppchen Ferne.
Und die Neugier auf die Menschen, mit denen ich schon so häufig gemailt oder telefoniert habe, treibt mich.

Es ist wirklich ein Erlebnis, wie zauberhaft manche reagieren. Mich einladen, informieren, geduldig auf meine dusseligen (anders können sie ja gar nicht sein) Fragen antworten.

Bei der Hotelsuche bin ich eher eine (kleine!) Luxusmaus. Meine Zeit in Jugendherbergen ist definitiv vorbei 😉
Da zahle ich lieber ein paar Euro oder Franken (wie ungewohnt, dass man in einem benachbarten Land Geld wechseln muss) und fühle mich dafür geborgen.

Leider bin ich in der Schweiz ein wenig spät dran – da wo ich gerne übernachten würde ist nichts mehr frei und so muss ich mir was anderes suchen…
Aber ich fahre sicherlich 5 Stunden und da macht es für mich Sinn am Abend vorher anzufahren und mit frischer Energie in den Tag zu starten.

Kleiner Fotoexkursion

Kühe interessieren sich wenigstens für ihre Umwelt
Da ich ganz artig seit 4:30 schreibe, brauche ich ein wenig Luft um die Nase und heute ist endlich DIE Lichtstimmung, auf die ich so lange gewartet habe:
Frühsonne, kalt mit ein wenig Nebel – na gut – davon dürfte gerne auch noch ein wenig mehr da sein… aber man kann ja nicht alles haben 😉

Und ich muss auch gestehen, dass es in Kerschlach schon wieder ganz anders aussieht als in Dießen.
Aber wenigstens sind die Kühe nicht oben am Waldrand und damit außerhalb meiner Tele-Reichweite.

Wenn ich ehrlich bin – die kommen sogar immer näher ran.
Sind neugierig und bleiben brav stehen.
Einige Muhen und die Glocken würden mir (als Kuh) wahrscheinlich ganz schön auf den Nerv gehen.
Doch wer weiß, vielleicht mögen sie das Gebimmel ja sogar…

Und ich gestehe – ich hoffe doch noch auf das Coverfoto – daher die vielen Hochformate.

Seitenlaufliste

Erklärt sich doch eigentlich schon aus dem Begriff selbst…
Aber natürlich steckt da noch ein wenig mehr hinter.

Jedenfalls war ich heute im Verlag und habe mit dem Lektorat am Buch gearbeitet.
Wir haben dabei besprochen wie es aufgebaut werden soll – also wie wir die Tiere und Pflanzen sortieren, wie lang die einzelnen Texte sein sollen, wer nun wirklich rein kommt und wo noch Spielraum bleibt.

Von der anfänglichen Überlegung es biologisch aufzubauen sind wir schon länger abgekommen.
Es scheint uns viel interessanter wenn sich alles ein wenig mischt – also ein Huhn, ein Apfel, ein Radieschen, eine Ziege aufeinander folgen.
Wenn alle Rinder hintereinander beschrieben werden, mag das wahrscheinlich eher keiner lesen.
Auch bildlich ist so eine wilde Mischung bestimmt netter.

Dann kommt die Frage auf, wie wir es innerhalb der vier Regionen-Oberkapitel (für die wir uns entschieden haben, denn ein wenig Ordnung braucht es ja schon) sortieren.
Alphabetisch.
Prima.

Weiter geht´s mit den Entscheidungen, wer wie viele Seiten bekommt.
Es gibt Themen die wirklich vier Seiten füllen – zum Beispiel die weiße, gehörnte Heidschnucke. Vor allem wenn man da auch noch die anderen Schnucken mit einbezieht. Oder auch die abenteuerliche Geschichte zur Alblinse…

Andere kommen gut auf 2 Seiten zurecht und bei manchen braucht es nur eine.
Dadurch bleibt es für die Leser abwechslungsreich und spannend.
Außerdem planen wir zweiseitige Reportagen, denn die Menschen die sich für diese alten Rassen und Sorten stark machen, sind es häufig selbst 😉
Doch stop.

Wenn wir alphabetisch sortieren, haben wir später kaum die Möglichkeit zu schieben. Und bei 1, 2 oder 4 seitigen Texten muss natürlich schon darauf geachtet werden, wer an wen anschließt. Sonst muss man bei 2 Seiten plötzlich umblättern.
Also lieber doch nicht alphabetisch 😉
Wir machen es ganz frei.
Und fühlen uns mit dieser Entscheidung wohl.

Und so verteilen wir die 160 zu füllenden Buchseiten.
Vergessen auch Title, Inhalt, Einführung, Register, Bildnachweis, Impressum und Adressen nicht.
Und vielleicht noch ein Grußwort?!

Jetzt steht alles auf einem Blatt und scheint eine lösbare Aufgabe zu sein…
Doch viel Zeit habe ich nicht mehr.

Und die Reportagen brauchen unbedingt den persönlichen Kontakt, genau wie manche Pflänzchen, die dann nur eine Seite füllen werden.
Denn die Bauern und Züchter kämpfen eher auf dem Feld, als am Telefon.
Was man dann auch merkt.

Es fällt nicht jedem leicht mir zu erklären, wie und warum es sich lohnt gerade diesen Kohl zu bewahren.
Da muss ich dann hin und Kaffee trinken oder auch mal ein Bier.
Damit ich die Geschichte dahinter hören kann… und euch erzählen.

Ach ja – wir haben natürlich auch noch mal wegen des Coverfotos gesprochen.
Es ist nicht so, dass dem Verlag die Bilder nicht gefallen.
Doch die haben ein Buch über Minischweine im Programm – das sieht meinem Ferkel sehr ähnlich… und das geht natürlich nicht.
Schade.

Zu süß…

Also ich finde es perfekt – aber ich bin wahrscheinlich auch hormonell beeinflusst… so wie bei den eigenen Kindern 😉

Gibt es das überhaupt?
Kann etwas zu süß sein?

Zu scharf, zu bitter, zu sauer – alles klar.
Sehe ich ein.

Doch der Verlag meint doch wirklich, die Ferkelfotos seien zu süß.

Auf dem Cover sollte das Thema des Buches klar dargestellt sein.

Jetzt habe ich noch mal alle Fotos von Heidi rausgesucht und rübergeschickt.
Die ist ja auch sehr fotogen und ganz bestimmt nicht süß.
Und ich bin gespannt, was als nächstes kommt 😉