Nein – ich habe den Titel nicht versehentlich verdreht…
Es geht diesmal um ein Buch, dass ich gekauft habe.
JA – ich weiß, ich soll eines schreiben und nicht immer mehr kaufen.
Diesmal habe ich aber eines gekauft, dass ich nun wirklich nicht mehr brauchen kann. Da die Seiten über den Grünkohl wirklich fertig sind.. aber das Buch handelt von „Kohle- und Pinkelfahrten“… beruht auf einer Diplomarbeit.
Und ich habe jetzt keine Zeit, um es zu lesen.
Obwohl ein erstes Durchblättern wirklich sehr interessant war.
Tja – wer sich´s leihen möchte – einfach bei mir melden.
Aber nach Weihnachten will ich es bitte wieder zurück bekommen, denn dann hoffe ich, dass auch ich mal wieder einfach lesen kann, was ich mag.
„In der Ruhe liegt nicht nur die Kraft – in der Ruhe liegt auch der Geschmack“
Bei Heidi denke ich natürlich nicht an ihr Fleisch – ihr Charme ist ganz lebendigDas ist eine ganz legitime Schlussfolgerung zu der man gelangt, wenn man schon mal Fleisch von Schwäbisch-Hällischen Landschweinen gegessen hat. Durch ihr langsames und artgerechtes Aufwachsen haben diese Schweine ein Leben. Und das kann man schmecken.
Wir hatten schon mal einen ähnlichen Vergleich mit Hühnern.
Mein Besuch in Hohenlohe hat mich noch mehr für die Mohrenköpfle eingenommen. Das war schwer, denn als ich die Ferkel bei Beißwengers fotografiert habe, war es ja bereits um mich geschehen.
Doch es sind eben auch die Menschen hinter den Geschichten, die einen berühren…Ohne dies „Starrköpfe“ und „Spinner“ gäbe es viele der alten Rassen und Sorten gar nicht mehr.
„Der Erfolg eines Projekts in gesättigten Märkten wie in Deutschland steht und fällt mit der Kommunikation,“ versichert Rudolf Bühler. „Daher ist die Schlüsselkompetenz immer im Marketing zu finden. Und da das ein Steckenpferd von mir ist, haben wir nie eine Agentur beschäftigt, sondern eine eigene Medienabteilung aufgebaut.“
Mit großem Erfolg. Denn die Schwäbisch-Hällischen Landschweine sind eine der Rassen, um die man sich (wenigstens derzeit) wenig Sorgen machen muss. Da hat die Erzeugergemeinschaft ganze Arbeit geleistet.
Und setzt jetzt auch auf neue Bereiche rund um Hohenlohe: Seit man auch „Echt Hällische Wurst und Schinken“ produziert sind ökologisch angebaute Gewürze und Kräuter in der Focus von Rudolf Bühler und seiner Mitstreiter gerückt. Man baut diese in Hohenlohe, in Indien und auf dem Balkan an um mit reinen Naturgewürzen Echt Hällische Erzeugnisse von höchster Qualität zu erzeugen.
Heimische Pflanzen wie Senf, Koriander, Kümmel oder Majoran werden lokal in Hohenlohe angebaut; Pfeffer, Muskat, Piment oder Kardamom in einem Hilfsprojekt in Südindien und Gewürzpaprika in der Vojvodina. Dies alles ökologisch und nach Fair-Trade Prinizipien mit „solidarischem Wirtschaften auf Augenhöhe mit unseren Partnern“, so Rudolf Bühler. Er nennt diese Naturgewürze „Seeds of Hope“, also Saaten der Hoffnung. Auch hier spürt man wieder deutlich das weitsichtige Denken und sozialen Engagements Rudolf Bühlers.
Das war heute wieder mal ein echtes Wechselbad.
Am Morgen erhalte ich eine Email die mich echt und mit Schwung aus der Bahn haut:
Hallo Frau Webert,
Ihre wiederholten Anfragen habe ich erhalten, aus Zeitgründen und Überarbeitung bin ich noch nicht zur Rückmeldung gekommen.
Also: Was möchten Sie über XXX wissen, was man nicht ohnehin überall nachlesen kann? Damit ich keine Zeit mit schriftlichen Antworten vertrödeln muss, sollten Sie mich am besten abends zwischen 19.00 und 20.00 Uhr unter XXX anrufen (außer Freitag Abend). Dann beantworte ich Ihnen alles wichtige.
Das ist also das Ergebnis mehrerer Nachrichten und Kontaktversuchen telefonisch und per Email.
Natürlich hat der Absender recht – es stehen einige Informationen zur Verfügung.
Wie verlässlich die sind, kann ich allerdings nicht beurteilen und bin der Meinung, das eine Nachfrage bei einem Fachmann ihre Berechtigung hat.
Hat sie anscheinend nicht.
Ich darf euch auch verraten, dass ihr keinen Hinweis auf diesen Menschen im Buch finden werdet… und wenn ich die ganze Geschichte rausnehmen muss!
Das habe ich einfach nicht nötig.
Denn ich darf euch versichern, dass ich in meinen „Erstkontakten“ wirklich freundlich und korrekt bin.
Am Abend dann das genaue Gegenteil:
auch hier eine Quelle, die ich schon seit Wochen immer wieder zu erreichen versuche. Vergeblich.
Aufgrund der Mail vom Vormittag bin ich aber gerade soweit, dass ich alles wegwerfe, was mich aufhält.
Und so starte ich einen letzten Versuch, doch noch an die Retter des altmärkischen Braunkohls zu kommen.
Mit Erfolg!
Es folgt nicht nur ein total nettes Telefonat, sondern es kommen auch zusätzliche Geschichten auf, die es mir leichter machen, die Story vom Morgen rauszunehmen.
Und da fragen mich die Menschen, denen ich begegne, warum ich so fertig aussehe…
Wechselbäder sind halt nicht jedermanns Sache – meine auf jeden Fall nicht!
Jetzt hatte ich gestern mit den Diepholzer Gänsen so eine schöne Zeit.
Es flutschte richtig und am Abend hat mich dann auch noch der Bremer Slow Fooder Gernot zurückgerufen, von dem ich noch ein Stückchen Scherkohl-Ende wollte. Darauf habe ich schon eine Weile gewartet und war daher natürlich heute früh frohen Mutes, dass ich den Text jetzt mit 2 Sätzen beenden kann.
So nach dem Motto: „Noch ist der Scherkohl zwar nicht so bekannt wie die Stadtmusikanten und der Roland, doch die Slow Food Gruppe aus Bremen tut alles, damit sich das ändert….“
Ja – und genau da fehlte die ganze Zeit die Info, was die denn so anstellen.
Leider ging der Schuß nach hinten los. So viel hin und her um so ein bißl grünGernot hat mir nämlich vom 1. Scheerkohlkönig erzählt und aufmerksame Leser sehen schon, das die Geschichte jetzt umgeschrieben werden muss. Erstens habe ich nun eine Quelle die die Schreibweise mit zwei „ee“ bestätigt… womit all meine Überlegungen und Absprachen mit anderen hinfällig werden.
Und dummerweise baut besagter Horst True den Kohl auch wirklich noch in solchen Mengen an, dass er ihn mit der Sense mäht. Alle anderen gehen eher mit dem Küchenmesser vor.
Alles nicht weiter schlimm, könnte man meinen. Denn ich konnte seine Hoheit „Horst den Stuhren“ sogar telefonisch erreichen. Und der erzählt wirklich total nett und weiß ganz viel…
Aber das ist es halt auch.
Ich bin jetzt auf der Jagd nach einem passenden Foto von ihm (möglichst beim Scheeren) um dann die Geschichte mit den neuen Aspekten größer zu fahren.
Weil mir natürlich andere Stories immer mal wieder kürzer geraten oder auch ganz wegbrechen.
Daher habe ich aber heute (fast) den ganzen Tag mit einem Text zugebracht, den ich vorher bereits als doppelgemoppelt fertig betrachtet hatte.
Und das kostet mich dann nicht nur Zeit, sondern auch Schwung.
Selbst die fast fertige Diepholzer ginge daraufhin nicht weiter.
Zu allem Übel will ich ja morgen in Richtung Hessen hoch und habe daher schon einige Tage versucht entsprechende Termine zu vereinbaren. Dienstag habe ich eine fixen Termin – da muss ich wieder hier sein.
Doch der einzige Termin, der derzeit steht, ist am Montagmittag in Köln.
Super, oder?
Wobei ich sehr froh bin, den überhaupt zu haben, denn zunächst sah es nach dem Wegfall von 2 Seiten Produkt, plus 2 Seiten Reportage aus… also Daumen drücken, dass alles mal ein wenig einfacher wird!
Ich habe ja die einzelnen Themen für das Buch mit großer Sorgfalt und viel Freude ausgewählt und festgelegt.
Aber manchmal fehlt mir dann plötzlich irgendwie die Idee… nein, eher die Liebe zum einzelnen Tier oder Gemüse.
Oft passierte es genau bei denen, die mir gleich am Herzen lagen.
Wie jetzt bei der Diepholzer Gans.
Man muss sie einfach mit dem Auge der Liebe sehen – dann klappt es auch mit dem TextEs ist auch nicht, weil ich nichts darüber weiß.
Aber mir fehlt die Emotion und ich quäle mich dann ziemlich… noch kann ich auf andere Themen umschwenken und das was gar nicht will liegen lassen, doch es kostet mich natürlich Zeit und frustriert auch.
Zum Glück weiß ich aber manchmal auch was hilft: andere Menschen.
Schließlich sitze ich hier Stunde um Stunde am Computer, manchmal am Telefon und genau da suche ich dann auch nach Rettung.
In diesem Fall bin ich nebenbei darauf gekommen, dass die Spitzhaubenhuhnzüchterin aus der Schweiz auch Diepholzer Gänse hat. Und da Astrid Spiri außerdem einen super charmanten Akzent hat und am Telefon total angenehm ist, habe ich sie angerufen und gebeten mir von den Gänsen zu erzählen.
Einfach nur zu erzählen, was sie an ihnen mag…
Eine Viertelstunde später lief der Text wie von selbst. Auch alle anderen Dinge drumherum fanden plötzlich wieder zu mir und wenn es der Bildredakteurin gelingt eins der alten Bilder aus Diepholz zu vernünftigen Konditionen zu bekommen, werden die Gänse von einer auf zwei Seiten anwachsen können.
Die sind nämlich wirklich toll.
Fast so toll wie die Menschen, die mir immer wieder helfen.
DANKE
Natürlich habe ich schon zu Beginn des Projektes an ihn gedacht.
Doch obwohl – oder vielleicht gerade weil – wir so nah beieinander leben, ist es mir erst heute gelungen mal einige Stunden mit „meinem Baumfachmann“ über selbige zu reden.
Einige Geschichten rund um die Äpfel sind auch schon geschrieben – aber bis alles gedruckt ist, bin ich immer noch zuversichtlich.
Und natürlich hat Peter ALLES an Literatur, was es irgendwie gibt.
Ein Buch habe ich dann auch gleich noch mal mitgenommen: „Paradiesapfel und Pastorenbirne“ von Erika Schermaus.
Ein tolles Buch zum Schmöckern und Staunen. Nicht zuviel und nicht zuwenig an Informationen. Denn sind wir mal ehrlich: die pomologischen Details interessieren mich eher selten.
Die Details!
Die Pomologie selbst, hat bei mir schwer an Achtung gewonnen…
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