Wir stehen auf Berlin – 3

So schlecht ist das Wetter nun ja gar nicht – unsere See-Flucht damit eigentlich überflüssig – dennoch genießen wir das Großstadtgetümmel.
Ein wenig kühler wäre halt nicht schlecht…

Rettet den Ampelmann
Mein Sohn freut sich ganz besonders über die Menschenmassen, die beim Umschalten auf Grün die Fahrbahn queren.
So einfach ist es, ihm eine Freude zu machen 😉
Und er ist auch gleich noch bekennender Fan des alten DDR-Ampelmännchens geworden…. trägt sehr stolz ein entsprechendes T-Shirt.

In Berlin gibt es zur Zeit eine witzige Mischung von Ost und West Ampelmännern und ich hoffe, dass sich das auch im alten Westen durchsetzt. Denn seit 1996 gibt es einen Kompromiss und der rot-grüne Genosse darf auch Bundesdeutsch den Verkehr regeln.
Zu danken ist dies einem geschäftstüchtigen Tübinger Desinger und kann beim Ampelmann nachgelesen werden.

Die Ampelmann-Produkte gibt es überall in Berlin – selbst in den großen Kaufhäusern.
Doch am günstigsten haben wir in den Hackeschen Höfen im Ampelmann-Laden eingekauft.
Und so werden wohl auch einige unserer Freunde demnächst mit den Männchen ausgestattet werden…


3. Tag

Wieder zieht es uns in die Stadtmitte. Treffpunkt ist der Dom.

Mit einem der kleinen Boote und von der gegenüberliegende Seite des Doms sind wir gefahren
Der Berliner Dom.
Die anderen heißen Deutscher oder Französischer Dom.
Doch die Berliner meinen immer nur „ihren“ wenn sie vom Dom sprechen.

Er steht auf der Museumsinsel und dahinter fahren Boote zur Brückentour auf der Spree ab.
Wir fahren mit Eddyline von der Reederei Hadynski und die kann ich echt empfehlen.
Fahren ab 11 alle halbe Stunde von der Friedrichsbrücke ab.

Unser Live-Performer hat es faustdick hinter den Ohren und selbst manch gestandener Berliner erfährt hier noch was Neues über die kleinen Skandale und Skandälchen, die diese Stadt ausmachen.
Gerade das Regierungsviertel hat da einiges zu bieten und die Stunde vergeht wir im Fluge.

Foto: Wikipedia - freie Lizenz siehe Impressum
Er erzählt uns von der Fehlplanung der Wohnungsanlage „Serpentine“ im Moabiter Werder für die Bundestagsabgeordneten, die dort aber gar nicht einziehen wollen.
Weil die Wohnungen klein, laut und heiß sind.
Wegen seiner Form heißt der Gebäudekomplex bei den Berlinern „Die Bundes-Schlange“.
Direkt dahinter verläuft die S-Bahn und davor kommt die Sonne über die Spree.
Von Süden.
Balkone Fehlanzeige.
Dafür gibt es jetzt wenigstens Schalosien. Nachgerüstete.
So können die Bewohner jetzt wählen zwischen „heiß“ oder „dunkel“…

Und wir hätten glatt gleich noch mal mitfahren wollen 😉

Zum Abschluß hat uns der Mann noch den Tipp gegeben beim Besuch des Pergamonmuseums einfach mal wachsam zu sein. Genau gegenüber stehen nämlich Polizisten – und bewachen die Stadtwohnung der Kanzlerin… weil ihr die Wohnung im Kanzleramt zu klein ist, wohnt sie hier.
Mitten in Berlin.

Schön ist was anderes
Und freut sich sicherlich riesig über das neue Kunstwerk, dass gegenüber entsteht: Begleitend zur Museumsausstellung „Panorama der Metropole“ vom 30.9.2011-30.9.2012 wird im Ehrenhof des Pergamonmuseums das neue monumentale 360°-Panorama des Berliner Künstlers Yadegar Asisi errichtet.
Ich hoffe ja ehrlich, dass es von Innen besser aussieht.

So fügt es sich natürlich perfekt in die zahlreichen Bautätigkeiten zur Neugestaltung der Museumsinsel…
Wobei diese Fülle an Museen schon wirklich toll ist.
Und als kleine Abkühlung sind die Besuche in den ehrwürdigen Hallen auch nicht zu unterschätzen 😉
Ein wenig Kultur schade ja eh nie.

Vom Schmuddelimage der DDR zu stylischen Vorzeige-Hinterhöfen... etwas weniger wäre wohl mehr
Wer dann zurück zur S-Bahn will, sollte unbedingt durch die „Hackeschen Höfe“ gehen.
(Nach ihnen ist auch der S-Bahnof „Börse“ in „Hackerscher Markt“ umbenannt).

Der „erste Hof“ überrascht mit unterschiedlichen Wandmosaiken, die von den ehemaligen Bewohnern zu DDR Zeiten vehement verteidigt wurden und bietet zudem einer Fülle recht annehmbarer Out-Side-Restaurants.
Keine Ahnung, wie es hier im Winter aussieht…

Die weiteren Höfe sind weniger flächengenutzt und hier findet man viel Kunsthandwerk, Kulturräume und Unmengen von Touristen.
Also ich würde hier ganz sicher nicht wohnen wollen.
Und bin leider davon überzeugt, das die, die die Mosaike damals verteidigt haben, wohl auch nicht mehr hier leben. Wie auf einem nobel restaurieten Hochglanz-Präsentierteller kommt man sich vor.
Und vermisst das alte, weniger geschniegelte Berlin.

Aber ihr solltet sie euch auf jeden Fall mal anschauen, um einen eigenen Eindruck zu bekommen.
Die Läden sind teils auch wirklich toll.
Alte Glasperlen und Berliner Mode.
Und der Ampelmann 😉

Eine wirklich gelungene Mischung aus Kultur und Lästern – das war dieser Tag in Berlin für uns.

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