Blog oder Foodblog – das ist nicht länger die Frage


Zahlreiche Menschen tummeln sich alltäglich in den sozialen Netzwerken.
Und auch ich versuche dort ein wenig von der Außenwelt (und dem anscheinend ewig tobenden Leben) zu erhaschen, denn ein Homeoffice lässt einen teilweise ganz schön vereinsamen. Und meine Ausflüge zu Krempels retten mich dann auch nicht. Da stehen andere Themen im Mittelpunkt als Genuss, Foodblog, alte Rassen oder Kultur – da geht es um Deko, altes Glas oder antiquarische Bücher (ist ja auch ganz nett…).

Ich muss gestehen, dass mein morgendlicher Blick auf Facebook und Co nicht das Bloggen ersetzen kann.
Diese Leidenschaft hat mich nach wie vor fest im Griff und lässt auch nicht lockerer… also teile ich hier die Dinge mit euch, die mich beschäftigen: meine Igelrettung, mein letztes Buch über alte Rassen oder eben auch immer wieder Rezepte, Slow Food und Genuss. Alles zu seiner Zeit und irgendwie, wie es gerade kommt.

Dabei ist gerade das Bloggen über Essen eine wirklich grausame Geschichte:
immer ist man auf der Jagd nach einer neuen Inspiration, häufig steht die Optik im Weg (die die Story ja schließlich „verkaufen“ soll – also die Leser anlocken und nicht wieder los lassen – aber nur weil ein Gericht hervorragend schmeckt, sieht es noch lange nicht gut aus!) und der Gipfel der Grausamkeit: das Essen ist immer kalt!

Vielleicht gibt es aus diesem Grund eine große Anzahl Foodies, die sich auf Backwaren, Süßes oder Frühstück spezialisieren 🙂

Dabei sind die Abläufe natürlich ganz klar geregelt: schon bei der Vor- und auch bei der Zubereitung achte ich auf gute Vorlagen und Alternativen für eine gelungene Präsentation. So gibt es natürlich immer noch ein paar frische Kräuterblättchen, Gemüse wird nicht mund- sondern eher fotogerecht geschnippelt, Teller und Schälchen dürfen auch mal kleiner daherkommen, als im Alltagsgebrauch.

Denn im Gegensatz zu anderen Foodblogs muss das Ganze bei mir ja auch noch die Familie ernähren. Nur für das Rezept oder Foto zu kochen, kann ich mir zeitlich gar nicht leisten.

Daher werden zwei Teller parallel dekoriert (das Kind bekommt eine feine kleine Alternative – meist eher nicht Foodblog tauglich). Und mein armer Mann darf erst dann mit dem Essen beginnen, wenn ich beide Teller wirklich von allen Seiten – zumeist auch noch auf alternativen Schauplätzen, mit wechselnden Hintergründen – fotografiert habe. Und dann bekommt er selbstverständlich den Teller, der nicht so gut ausschaut. Denn ich renne nun zum PC – überspiele und sichte die Fotos.
Wenn die Ausbeute nicht reicht, muss der schönere Teller noch mal ran…

Zum Glück sieht man nicht, dass es dann endgültig kalt ist.
Doch wenn die Fotos gut geworden sind, ist mir das auch gleichgültig – schmeckt trotzdem!

Kein bißchen abgekühlt ist auch nach vielen Jahrzehnten meine Kochleidenschaft. Und die Nutznießer dieser Leidenschaft haben nach ewigem Gejammer nun gewonnen: ich will und werde 2016 eine neue Idee ausprobieren – Kochkurse für Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Allergien oder Ideenlosigkeit.
Einen Namen hat das Baby auch schon Annes Topfgeflüster…. ich halte euch über meinen kommenden Foodblog auf dem Laufenden.

2 Antworten auf „Blog oder Foodblog – das ist nicht länger die Frage“

  1. Liebe Anne, Foodblogs sind nicht so mein Ding… Aber: Wenn Dich die EInsamkeit im Homeoffice wieder einmal nervt, komm doch mal im Ammersee Denkerhaus vorbei! Coworking kann da Abhilfe schaffen – ganz ohne „Frustfood“ 😉
    Dir alles Gute im neuen Jahr & für alle neuen Projekt, die ich natürlich gerne weiter verfolge.

  2. Lieber Hannes, danke für die Einladung! Bei mir ist der Tag leider häufig so zertaktet, dass ich keine Möglichkeit sehe euch arbeitstechnisch zu treffen. Es sind ewig viele, kleine Termine die immer wieder andere Voraussetzungen benötigen – das geht von hieraus gerade so. Aber wir verlieren uns ja hoffentlich nicht aus den Augen 😉
    Gruß Anne

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