Die Mutter der Marmeladen


… so bezeichnet Marius Wittur seine Quittenmarmelade.

Und wenn ich auch schon geahnt habe, dass die Sache mit den Quitten interessant und spannend wird – so wurden meine Erwartungen doch noch weit übertroffen.
Wobei ich recht kurzfristig den Weg nach Untereisenheim auf mich nehmen musste – bin ja gerade erst aus dem Norden zurück.
Egal – das Wetter wird nicht mehr schöner und die Quitten wollen vom Baum.
Freunde hatte mir schon Angst gemacht als sie unlängst berichteten, dass der Quitten-Lehrpfad sogar schon leer sei…

Zunächst waren Marius Wittur und ich bei älteren Quittenbäumen, bei denen gerade die Ernte anstand.
Dabei habe ich gleich mal gelernt, dass sich die Erntemethoden an den späteren Verwendungszwecken orientieren… denn Quitten sind druckempfindlich und wenn sie als Früchte verkauft werden sollen, muss man sie von Hand pflücken.
Nicht dass ihr jetzt denkt, die Ernte geht sonst nicht per Hand – doch schon, aber eben mit Stangen und Schütteln.
Der ganze Boden ist dann bedeckt und das sieht natürlich sehr schön aus.
Doch diese Bums auf den Boden muss man eben vermeiden, wenn man die Früchte frisch als solche verkaufen will.

Nicht so schön sind die Obstbäume rundum diese alten Quitten.
Maximal Halbstämme, auch schon viele Spindeln sind zu sehen. Und auch einiges an Mais.
Doch zum Glück hat hier der Wein noch alles recht fest im Griff.
Auch wenn wir da nun gar nicht weiter drauf eingehen wollen, was da alles schief läuft…

Weiter ging es zum Lehrpfad und der liegt an sogenannten „Rangenteile“.
Das sind schmale Grundstücke (viereinhalb Meter breit) die nebeneinander bergab ins Maintal verlaufen.

Sehr beeindruckt war ich von der Tragfähigkeit der sehr dünnen Bäume, Äste. Durch hohe Elastizität brechen sie nicht sondern tragen deutlich mehr Gewicht, als man ihnen auf den ersten Blick zutraut.
Ich bin sicher, dass das Thema Quitte mich und uns noch weiter beschäftigen wird.

Und dann hat auch noch einer meiner Lieblings-Koch-Blogger einen Quittenbeitrag, den ihr euch nicht entgehen lassen solltet: Lamiacucina

Küttiger Rüebli

Schon die Schreibweise verrät euch, um was es heute geht: ein Gemüse aus der Schweiz.
Warum man allerdings in der Schweiz hinter einem „Ü“ auch gleich noch ein „e“ setzt… es ist mir ein Rätsel.

Bislang habe ich nur auf den Seiten von Pro Specia Rara und … vom kleinen Rübchen erfahren.
Doch die Verbindung Schweizer Landfrauen hat es mir gleich angetan.

Und dann natürlich auch die Art und Weise, wie die reagieren.
Bei manchen ruft man so ganz vergebens in eine Richtung und bei anderen kommen gleich so nette Menschen zum Vorschein.
Wie in diesem Fall Beatrice Wernli, deren Emailadresse ich glücklicherweise im Internet fand.
Mit einem Hinweis auf die Sendung „Rüebli, Räben, Rübengeister“ des SWR am 15.11.2009 – die habe ich ja nun dummerweise verpasst 😉

Und ein Buch übers Rüebli hat sie mir auch gleich geschickt…. DANKE!

Aber sehr hilfreich in der Terminplanung ist der Hinweis auf die Ernte am 1.11. und den Rüeblimarkt am 7.11 in Aarau.
Da ich ja leider das Büllefest nicht besuchen kann, freue ich mich nun auf die Schweiz…

Lob der Lobbericher

Auch wenn die Bildredakteurin wahrscheinlich nicht ihr größter Fan ist… (weil sie so schwer zu finden ist)…
ich mag diese dicke gelbe Möhre und ihre Geschichte.

Und hoffe natürlich, dass die Fotos die ich jetzt machen konnten im Verlag gut ankommen.
So ähnlich wie Bananen, sind auch Möhren, gelbe Rüben, Wurzeln, für Menschen mit Babies unabkömmlich.
Eigentlich hätte ich auch gleich sagen können „für Mütter“ – aber da hätte meine Mann berechtigterweise Einwände. Schließlich ist er damals mit unserem Filius daheim geblieben.
Hat Möhren geschabt und Brei gekocht.

Die Lobbericher ist (wenn sie jung und frisch ist), sehr süß und daher für Babies bestens geeignet.
Da sie eher groß wird, braucht es dann auch gar nicht so viele, um satt zu werden.
Doch wenn wir mal ehrlich sind, haben wir damals gar keine Lobbericher bekommen.
Die Zeit der bunten Möhren kommt erst.
Bislang unterscheiden Supermärkte und auch Gemüsehändler eher nach – mit grün und ohne.
Schade eigentlich.

Ich wollt ich wär ein Huhn

Ramelsloher Hühner

… aber ehrlich gesagt nur hier!!
Nicht, dass ihr denkt, ich bin heute in Ramelsloh – weit gefehlt. Mein Weg führt mich auch von Hamburg aus noch weiter in den Norden – denn hier finde ich bei Anja und Thomas Jensen Ramelsloher Hühner – die weißen.
Nach Auffassung der beiden Hühnerliebhaber damit „die richtigen“.
Sie halten ihre Schar in einer kleinen Wohnsiedlung hinterm Haus. Da flattert es weiß durch die Bäume des Gartens und auf dem grünen Rasen macht sich so ein blaubeiniger Federknäul natürlich gut.
Anja Jensen meint ich solle erstmal kommen, wenn die Küken geschlüpft sind. Da hätte ich dann überhaupt keine Chance mehr, mein Herz zu behalten.
Das glaube ich ihr sofort.Ramelsloher HühnerEigentlich sind die Ramelsloher Hühner aus früherer Zeit gerade für ihre Stubenküken berühmt.
Die Hühner stellen nämlich (anders als andere Hühnerrassen) im Winter das Legen nicht generell ein, sondern machen munter weiter und die Bauern haben dann die Küken in der warmen Stube über die kalte Zeit aufgezogen, damit die Hamburger zu Ostern ganz feines Hühnerfleisch kaufen konnten.
Da gab es statt Lamm halt Stubenküken.

So was gibt es heute in Deutschland nicht mehr und die beiden, die ich besucht habe würden NIE ein Baby abgeben.

Schließlich haben heutige Brathähnchen sowieso ganz zartes Fleisch – werden ja auch nur etwas mehr als einen Monat alt.
Ich glaube, es fällt ihnen schon bei den großen schwer, sie herzugeben.Ramelsloher Hühner

Die sind aber auch kuschelig.
Den feinen Unterschied zwischen zutraulich und aufdringlich kennen sie nicht. Kommen sofort an und wollen auf den Schoß.
Natürlich nicht bei mir und immer schön nach Rangordnung. Wer in der Schar was zu sagen hat, sitzt oben.

Ramelsloher Hühner

Wenn man sich das anschaut, wird einem ganz warm ums Herz und man fasst den festen Vorsatz nie wieder ein Ei oder Huhn aus „normaler“ Haltung anzurühren… klappt bei uns schon ganz gut 😉
Mein Mann ist wahrscheinlich derzeit doch froh, dass wir nicht ganz so viel Platz haben.
Was ich jetzt alles gern im Garten, Stall und auf der Wiese hätte… unfassbar.

Das is-er der Ise-markt…

Also so eine Auswahl habe ich nun wirklich noch auf keinem deutschen Markt gesehen...
Also so eine Auswahl habe ich nun wirklich noch auf keinem deutschen Markt gesehen…
Isemarkt.
Jeder Hamburger schüttelt entsetzt mit dem Kopf, dass ich nicht weiß was und wo das ist.
Na ja – wie in anderen Großstädten auch, sind auch wir Wandsbeker eher bei „unserem“ Markt.

Doch als ich Internet schaue, bin ich schon ein wenig beeindruckt: einer der schönsten Wochenmärkte (rund hundert gibt es in Hamburg), eine Institution mit dreihundert Händlern, besonderes Ambiente… und und und.

Also steige ich ins Auto und fahre bei Dauerregen nach

Der Markt ist unter der Hochbahn zwischen den Haltestellen Hoheluftbrücke und Eppendorfer Baum. Da kommt wenigstens der Regen nicht gut hin.
Aber drumrum wie erwartet ein Parkchaos.
Und wenn ich ganz ehrlich bin – schon schöne Stände mit anderen Angeboten. Aber alles schon sehr in Schickimicki-Hand.
Nur der Pilzmann, der sogar Krause Glucken hat, der beeindruckt mich nachhaltig.

Wandsbeker Markt ist da doch eher meins…

Indoortag

Selbst wenn meine Zeit hier im Norden sehr begrenzt ist.
Jeden Tag rumfahren und neue Dinge einsammeln, ist es dann doch nicht. Ich brauche auch mal einen Tag, an dem ich die Informationen ordne, sortiere und erste Entwürfe schreibe.
Solange die Eindrücke noch frisch sind.

Daher habe ich heute (bei anerkanntem Hamburger Schietwetter) einen Tag an Computer und Telefon eingelegt.
Und sitze im Homedress (also Schlafanzug) am Küchentisch und tippe.