Vater der Kirschen – Christian Freiherr Truchseß

Diese Welt ist so groß und dennoch so klein.
Bei meiner Suche nach Kirschen stolpere ich über einen Namen: Christian Freiherr Truchseß von Wetzhausen….

Seltsam – den kenne ich 😉
Es ist der Vater eines Schulkameraden meines Sohnes.
Und siehe da – die Nachfrage bestätigt meine Vermutung. Dieser Name ist nicht zufällig aufgetaucht.

Christian und Valerie erzählen mir, dass der Ururururgroßonkel in der Familie der „Kirschenchristian“ ist und sie aber leider nicht mehr viel von seiner ehemals großen pomologischen Sammlung haben… doch sie sind sehr interessiert und wir freuen uns über diesen Zufallstreffer, denn so habe ich doch nun wirklich allen Grund mal vorbeizuschauen.

Was ich heute auch mache. „Vater der Kirschen – Christian Freiherr Truchseß“ weiterlesen

Schafe im Nebel


Bislang muss ich ja gestehen, dass ich mich mit Schafen nicht wirklich auskenne – aber das soll sich heute ändern. Ich habe nach wirklich großen Schwierigkeiten endlich einen Termin mit einem Rhönschäfer, nein eher DEM Rhönschäfer.

Dietmar Weckbach ist zwar sehr schwer zu erreichen, aber in der Rhön ein echt bunter Hund. „Schafe im Nebel“ weiterlesen

Reden, Reden, Reden


All meine Versuche dem Bonner Advent – einem Maiwirsing, der über den Winter draußen auf dem Feld verbleibt – näher zu kommen scheinen zum Scheitern verurteilt. Immer wieder lande ich im Nirgendwo.

Schließlich suchen ich mir einen der Anbauer aus dem Internet raus und rufe dort an. Erwische nicht ihn, sondern seine Frau.
Und die versucht gleich mich auch wieder weiterzuschicken. Sie hätten schon viel Zeit mit dem Bonner Advent zugebracht und irgendwie reiche es jetzt.
Doch ich wäre nicht Anne, wenn es so einfach wäre, mich wieder los zu werden 😉 „Reden, Reden, Reden“ weiterlesen

Maleeeeeede – Mainzer Aprikosen


In Mainz Mombach spricht (oder besser sprach) niemand von Aprikosen.

„Malede“ – mit der Betonung auf dem zweiten Vokal, sind im nördlichsten Stadtteil der Landeshauptstadt Mainz Tradition.

Und mit Malede meinen die Mombacher nicht irgendwelche Aprikosen sondern die, die hier gewachsen vor Ort sind. Denn der Mainzer Stadtteil war in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts ein wichtiges Obst- und Gemüseanbaugebiet.
Wo heute Discounter aus dem Boden sprießen, standen früher Aprikosenbäumchen…

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Super der Markt – Supermarkt


Die Erzeugergemeinschaft in Hohenlohe (das sind die, die Schwäbisch-Hällischen Landschweine gerettet und zum Erfolg gebracht haben) ist wirklich sensationell aufgestellt.

Der letzte Eber sollte eigentlich auf Empfehlung des Landrats Roland Biser ausgestopft und ins Keckenberg Museum gebracht werden, um dort an die große Zeit der Schwäbisch-Hällischen Schweine zu erinnern. Doch die Hohenloher Bauern kämpften für den Erhalt ihrer gutmütigen und schmackhaften Tiere und 25 Förderer der alten Rasse gründeten schließlich 1986 einen neuen Zuchtverband mit anfänglich 17 Mitgliedern.

Die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall begann 1988 unter Vorsitz von Rudolf Bühler die Sattelschweine wieder artgerecht, ohne Medikamente, Tiermehl oder Wachstumsförderer in der Region zu züchten. Die Übernahme des kommunalen Schlachthofs in Schwäbisch Hall 2001 garantiert kurze und tierverträgliche Transportwege und eine vorbildliche, tierschutzgerechte Schlachtung.

Heute umfasst die Gemeinschaft 1450 Bauernhöfe aus der Region Hohenlohe. Davon nehmen gut 540 Landwirte an der Erzeugung vom Schwäbisch-Hällischen Qualitätsschweinefleisch teil welches seit 1998 EU-weit als geschützte Ursprungsbezeichnung eingetragen ist wie Champagner oder Parmaschinken. Die Schwäbisch-Hällischen Landschweine sind zum Aushängeschild der ganzen Region geworden, aber auch Boeuf de Hohenlohe, Hohenloher Landgans und Hohenloher Lamm werden mit gleicher Sorgfalt von der Erzeugergemeinschaft produziert.

Und in eigenen Supermärkten verkauft.

Wie dem Regionalmarkt in Hohenlohe, direkt an der A6.
Da gibt es nicht nur die Produkte der Erzeugergemeinschaft, sondern auch andere Kandidaten meines Buches wie Bamberger Hörnla und Spitzkraut.

Es wäre toll, wenn es nicht so weit weg wäre – dann würde ich da sicherlich häufiger einkaufen. Aber zum Glück habe ich ja die Metzgerei Gall in Schondorf…auch da gibt es Fleisch von Schwäbisch-Hällischen Schweinen.

Absolut empfehlenswert!

Schnick, Schnack, Schnuck


Und schon geht es wieder los mit der großen Verwirrung.
An unendliche vielen Stellen im Netz und auch in Artikeln und Büchern könnt ihr lesen: „Schnucken“ heißt „Naschen“.

Das ist aber leider nur bedingt wahr.
Denn „Schnucken“ oder noch eher „Schuckeln“ heißt in Hessen „Naschen“.
In Norddeutschland – wozu ich persönlich Hessen einfach nicht zählen mag – spricht man beim Naschen eher von „Schnöken“… aber wieso sollte dann die Heidschnucke eben Schnucke und nicht Schnöcke heißen? Klingt doch auch nicht doof 😉

Und wieder schaue ich, welche Joker mir zur Verfügung stehen:

das Etymologische Wörterbuch von dtv besagt, das „Schnucken“ von „Snukke“ oder auch „Snikke“ kommt.
Dies wiederum heißt eigentlich „Schluchzen“, „Blöken“ oder „Meckern“.

Das würde natürlich schon Sinn machen.
Aber so schnell gebe ich mich ja (leider!) nie zufrieden.

Die Nachfrage bei den Kollegen des Plattdeutschen bringt folgende Erkenntnis:

Wir sagen zu „meckern“ nölen, quarken, auch meckern, zum Wort „naschen“ slickern oder snopen, in einigen Fällen auch snabbeln. Das hier hier ein Zusammenhang mit den Heidschnucken hergestellt werden kann, ist aus meiner Sicht nicht erkennbar.

Soweit also „De Plattsnackers“ – ein sehr empfehlenswerter Blog übrigens, auf den ich bei meiner Suche nach „Updrögt Bohnen“ gestolpert bin… und wie man sieht – flott und hilfsbereit!

Meine weiteren Fragen konnte ich mit Hilfe des geliehenen Veterinär-Lexikons (das mir echt schon gute Dienste geleistet hat) klären:
Bei Schafen unterscheidet man zwischen Muttern, Lämmern, Jährlingen, Merzen, Hammeln, Überläufern, Zutretern und Böcken. Einige Begriffe erklären sich selbst – „Merzen“ sind von der Zucht ausgeschlossene weibliche Schafe, „Überläufer“ sind zweijährige Tiere, „Zutreter“ weibliche Jungschafe, die in den Mutterschafbestand aufgenommen werden.

Da braucht sich doch wirklich keiner zu fragen, warum ich so etwas gerne mache… recherchieren, grübeln, forschen – ganz mein Ding.