Die Kraft des Mittelmaßes

Und wieder hat mich ein Artikel des aktuellen Zeitmagazins zum Grübeln gebracht: „Ich will doch nur spielen“. Es geht um unsere Kinder, die Zeit, die Erwartung und uns.

Allerdings ist es ein Detail, dass mein besonderes Interesse geweckt hat „The Regression to the mean“ – also die Rückführung zum Mittelmaß. Eine Statistik von Remo Largo, Schweizer Kinderarzt und Fachbuchautor:

Die statistische Wahrscheinlichkeit nämlich, dass eine Mutter mit einem IQ von 130 eine Tochter bekommt, die so begabt ist wie die Mutter oder sie überflügelt, beträgt nur 16 Prozent. In 84 Prozent der Fälle, besagt Largos Kurve, wird die Tochter intellektuell weniger leistungsfähig sein.

Regression to the mean heißt das Phänomen, Rückentwicklung zur Mitte. Statistisch gesehen neigt der Mensch zum Mittelmaß – besonders intelligente, erfolgreiche Eltern haben also wenig Grund, anzunehmen, dass ihr Kind genauso intelligent und erfolgreich sein wird wie sie.
Quelle: Von Tanja Stelzer | © DIE ZEIT, 30.07.2009 Nr. 32

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Kids + Teenies = Keenies

Manchmal frage ich mich wirklich, was die Kollegen dabei reitet?!

Weil es für die Gruppe der 11-14 jährigen ihrer Meinung nach keinen passenden Namen gibt, haben sich die Redakteure des Zeitmagazins den Begriff der „Keenies“ ausgedacht – noch Kinder aber doch schon Teenies.

Dabei ist der Ausdruck „Keenies“ Perry Rodan und Atlan Fans durchaus ein Begriff:
ein terranerähnliches Volk mit schwarzblauer Hautfarbe. Primitiv und muskulös. Lebt auf dem Dimensionsfahrstuhl Pthor… na, passt doch prima zu unseren Kindern, oder?!

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“Alter Schwede!”

Einer der Lieblingssprüche meines Sohnes. Damit drückt er Erstaunen und Hochachtung aus. Wobei er eher „alder schwede“ sagt… das ist sicherlich cooler. Und darum geht es ja heute immer.

Doch woher kommt dieser Satz?

Mein erster Verdacht fiel auf Torsten Torstenson, den alten Schweden aus der Geschichte des kleinen Gespenstes.
Ottfried Preußler hat in seinem Kinderbuch ein Geheimnis aus dem 30jährigen Krieg gelöst: warum der schwedische General Torstenson die Belagerung des Städtchens Eulenberg plötzlich abbrach und nach Hause eilte… natürlich wegen des kleinen Gespenstes.

Aber diese Erklärung für seinen Spruch stellt meinen Sohn nicht zufrieden…Kinderbuch – ich bitte euch – schließlich wird er zehn!

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Schatzsuche: Aprilhexe

Wie kommt ihr zu neuen Büchern und vor allem neuen Autoren?

Ich finde einige, weil ich darüber gelesen oder etwas im Fernsehen gesehen habe, was mich neugierig macht.

Klar: ich mag die Buchtipps von Paul Kersten. Ich finde vor allem gut, dass er nicht nur lobt!

Elke Heidenreichs Auswahl gefiel mir im Laufe der Zeit dagegen leider immer weniger – da war irgendwie zu wenig Abwechslung, zuviel Traum und Sehnsucht. Und das neue „Lesen!“-Format im Internet scheint es nun auch nicht zu sein…

Die meisten Bücher werden mir jedoch von Freunden empfohlen oder geschenkt.

Doch am allermeisten freue ich mich irgendwie über die wirklichen Zufallsfunde – mein Mann handelt ja mit gebrauchten Büchern und daher reißt der Strom der unbekannten Werke in unserem Haus nie ab.

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Die Geheimnisse der Walburga Fichtl

Sollten wohl eigentlich keine sein… doch meine Fähigkeiten beim Lesen altdeutscher Handschrift stoßen hier deutlich an ihre Grenzen.

Dabei erfreuen die Seiten dieses handgeschriebenen Kochbuchs das Auge und das Herz: gestochen scharf, ebenmäßig und mit schönem Schwung. Bis zur letzten Seite gefüllt mit alten Rezepten: Weichsel in Essig, Krebsauflauf, Kalbskopf, Spinatpuding (schreibt man so!) und viele, viele mehr – es liegen sogar noch einige zusätzliche Rezepte auf kleinen Zetteln bei.

Außerdem sind einige Speisezettel und Menüfolgen verzeichnet.
Es scheint, als ob hier mehrere Frauen geschrieben haben. Der Titel des recht umfangreichen Heftes lautet:
Kochbuch für Walburga Fichtl

Das Buch selbst ist in richtige Kapitel unterteilt und die Rezepte zu Beginn sogar durchnummeriert.
Die Überschriften kann ich auch noch häufiger entziffern. Bei den eigentlichen Texten geht aber leider gar nichts…

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