Rau oder Rauh oder doch eher wollig

Diesmal geht es um die – gar nicht so rauen – Rauhwolligen Pommerschen Landschafe.

Ich habe ja leider keine persönlich kennen lernen können – meine Zeit im Norden war doch recht knapp. Aber ich finde sie schon urig – diese Rauhwolligen Pommerschen, die ursprünglich aus Rügen und der näheren Umgebung kamen und mittlerweile in ganz Deutschland zu finden sind.

Und ich tue mich mit der Rechtschreibung schwer – Eigennamen sind ja eigentlich vom Hin und Her der Rechtschreibreform ausgenommen. Doch ich finde in der Fachliteratur beide Varianten (ungefähr gleichhäufig – da hilft also auch kein Publikumsjoker) – da bleibt natürlich nur der Telefonjoker mit direkter Nachfrage beim Zuchtverband.

„Rauh“ soll es werden – da sind sich die nordischen Jungs einig… und dies obwohl sie den Namen eigentlich gar nicht grundsätzlich lieben: „Wenn auf der Speisekarte Keule vom Rauhwolligen Pommerschen Landschaf steht, ist das leider wenig verkaufsfördernd. „Schnucken“ oder „Salzlamm“ – das klingt einfach leckerer…“

Stimmt natürlich – aber ich gehe mal davon aus, dass der Name Bestand haben wird.

So schön können Ziegen sein

Das ist die Kupferhalsziege, die ProSpecieRara als eigene Rasse propagiert hat. Bildquelle: Blennius at de.wikipedia
Das ist die Kupferhalsziege, die ProSpecieRara als eigene Rasse propagiert hat.
Bildquelle: Blennius at de.wikipedia

Natürlich ist es eigentlich nicht wichtig, wie ein Tier aussieht. Aber irgendwie dann doch schon.
Und diese wunderschönen Schweizer Ziegen aus dem Wallis, sind einfach ein Traum.
Ein Schönheitstraum.

Überraschung auf Schweizerisch

Ein Buch!
Ich hatte es vor einer ganzen Weil bestellt und irgendwie vergessen.
Heute war es nun endlich in der Post.

Es ist von ProSpecieRara herausgegeben und heißt ganz unspektakulär „Nutztierkompass“.
Aber da sind sie alle drin – und nicht nur die wirklich echten Schweizer…
Auch ein Blick über die Grenzen des kleinen Landes, was die Tiere angeht.
Super!

Schafe im Nebel


Bislang muss ich ja gestehen, dass ich mich mit Schafen nicht wirklich auskenne – aber das soll sich heute ändern. Ich habe nach wirklich großen Schwierigkeiten endlich einen Termin mit einem Rhönschäfer, nein eher DEM Rhönschäfer.

Dietmar Weckbach ist zwar sehr schwer zu erreichen, aber in der Rhön ein echt bunter Hund. „Schafe im Nebel“ weiterlesen

Super der Markt – Supermarkt


Die Erzeugergemeinschaft in Hohenlohe (das sind die, die Schwäbisch-Hällischen Landschweine gerettet und zum Erfolg gebracht haben) ist wirklich sensationell aufgestellt.

Der letzte Eber sollte eigentlich auf Empfehlung des Landrats Roland Biser ausgestopft und ins Keckenberg Museum gebracht werden, um dort an die große Zeit der Schwäbisch-Hällischen Schweine zu erinnern. Doch die Hohenloher Bauern kämpften für den Erhalt ihrer gutmütigen und schmackhaften Tiere und 25 Förderer der alten Rasse gründeten schließlich 1986 einen neuen Zuchtverband mit anfänglich 17 Mitgliedern.

Die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall begann 1988 unter Vorsitz von Rudolf Bühler die Sattelschweine wieder artgerecht, ohne Medikamente, Tiermehl oder Wachstumsförderer in der Region zu züchten. Die Übernahme des kommunalen Schlachthofs in Schwäbisch Hall 2001 garantiert kurze und tierverträgliche Transportwege und eine vorbildliche, tierschutzgerechte Schlachtung.

Heute umfasst die Gemeinschaft 1450 Bauernhöfe aus der Region Hohenlohe. Davon nehmen gut 540 Landwirte an der Erzeugung vom Schwäbisch-Hällischen Qualitätsschweinefleisch teil welches seit 1998 EU-weit als geschützte Ursprungsbezeichnung eingetragen ist wie Champagner oder Parmaschinken. Die Schwäbisch-Hällischen Landschweine sind zum Aushängeschild der ganzen Region geworden, aber auch Boeuf de Hohenlohe, Hohenloher Landgans und Hohenloher Lamm werden mit gleicher Sorgfalt von der Erzeugergemeinschaft produziert.

Und in eigenen Supermärkten verkauft.

Wie dem Regionalmarkt in Hohenlohe, direkt an der A6.
Da gibt es nicht nur die Produkte der Erzeugergemeinschaft, sondern auch andere Kandidaten meines Buches wie Bamberger Hörnla und Spitzkraut.

Es wäre toll, wenn es nicht so weit weg wäre – dann würde ich da sicherlich häufiger einkaufen. Aber zum Glück habe ich ja die Metzgerei Gall in Schondorf…auch da gibt es Fleisch von Schwäbisch-Hällischen Schweinen.

Absolut empfehlenswert!

Schnick, Schnack, Schnuck


Und schon geht es wieder los mit der großen Verwirrung.
An unendliche vielen Stellen im Netz und auch in Artikeln und Büchern könnt ihr lesen: „Schnucken“ heißt „Naschen“.

Das ist aber leider nur bedingt wahr.
Denn „Schnucken“ oder noch eher „Schuckeln“ heißt in Hessen „Naschen“.
In Norddeutschland – wozu ich persönlich Hessen einfach nicht zählen mag – spricht man beim Naschen eher von „Schnöken“… aber wieso sollte dann die Heidschnucke eben Schnucke und nicht Schnöcke heißen? Klingt doch auch nicht doof 😉

Und wieder schaue ich, welche Joker mir zur Verfügung stehen:

das Etymologische Wörterbuch von dtv besagt, das „Schnucken“ von „Snukke“ oder auch „Snikke“ kommt.
Dies wiederum heißt eigentlich „Schluchzen“, „Blöken“ oder „Meckern“.

Das würde natürlich schon Sinn machen.
Aber so schnell gebe ich mich ja (leider!) nie zufrieden.

Die Nachfrage bei den Kollegen des Plattdeutschen bringt folgende Erkenntnis:

Wir sagen zu „meckern“ nölen, quarken, auch meckern, zum Wort „naschen“ slickern oder snopen, in einigen Fällen auch snabbeln. Das hier hier ein Zusammenhang mit den Heidschnucken hergestellt werden kann, ist aus meiner Sicht nicht erkennbar.

Soweit also „De Plattsnackers“ – ein sehr empfehlenswerter Blog übrigens, auf den ich bei meiner Suche nach „Updrögt Bohnen“ gestolpert bin… und wie man sieht – flott und hilfsbereit!

Meine weiteren Fragen konnte ich mit Hilfe des geliehenen Veterinär-Lexikons (das mir echt schon gute Dienste geleistet hat) klären:
Bei Schafen unterscheidet man zwischen Muttern, Lämmern, Jährlingen, Merzen, Hammeln, Überläufern, Zutretern und Böcken. Einige Begriffe erklären sich selbst – „Merzen“ sind von der Zucht ausgeschlossene weibliche Schafe, „Überläufer“ sind zweijährige Tiere, „Zutreter“ weibliche Jungschafe, die in den Mutterschafbestand aufgenommen werden.

Da braucht sich doch wirklich keiner zu fragen, warum ich so etwas gerne mache… recherchieren, grübeln, forschen – ganz mein Ding.