Ich bin von alten Obst- und Gemüsesorten und Nutztieren fasziniert und berichte gerne darüber.
Wenn Sie mehr erfahren oder mir Ihrerseits über neues "Altes" berichten wollen, freue ich mich von Ihnen zu hören/lesen.
Das kann man doch nur schön finden, oder?!Aber vor allem ist es schön!
Und auch wenn der Unterschied zwischen dem Österreichischen und dem Schweizer Grauvieh für mich (und wohl auch andere) schwer nachvollziehbar ist, habe ich mich für die Schweizer Rinder entschieden.
Allerdings hatte ich mir so einen schönen Einstieg für den Text überlegt:
Die Schönheit der unterschiedlichen Grauschattierungen dieser Rinder versteht man auch ohne die Farbberatung Loritos. Und ganz gleich ob man sich eher für silbergrau, staubgrau oder aschgrau entscheiden würde – alle Rinder haben ihren ganz eigenen Stil.
Doch den habe ich jetzt wieder verworfen.
Es gab doch wirklich direkt zwei Menschen, die den Bezug nicht herstellen konnten, weil sie Ödipussi nicht kennen.
Kaum zu glauben, aber so macht es natürlich keinen Sinn!
Dabei fand ich es eigentlich witzig…
Wenn man einen Witz – oder in diesem Fall einen Zusammenhang – erst erklären muss, verliert es natürlich selbigen.
Ins Buch kommen sie allerdings dennoch – ihr findet sie unter Rätisches Grauvieh 😉
Bei manchen Dingen sollte man vielleicht gar nicht nachfragen…
Ich nutze diesen Blog ja vor allem, um euch die Geschichten zu erzählen, die nicht ins Buch kommen.
Weil sie nicht mehr hineinpassen, andere Kandidaten vielleicht besser oder fotogener sind oder auch weil es echte Randgeschichten sind, die in einem Buch fehl am Platz wären… so wie die Sache mit dem Mist 😉
Das in Mainz Mombach ein Aprikosenanbaugebiet war, habe ich euch ja schon verraten. Nun liegt mir (mal wieder vom Pomologenverein – wie ich ohne die Jungs und Mädels früher durchs Leben kam, wird immer mehr zum Mysterium!) die Wiederauflage eines Buches von 1921 vor: „Der Aprikosenanbau in Mombach“ von Ferdinand Pfeiffer.
Pfeiffer war Obst und Weinbauinspektor der Landwirtschaftskammer für Hessen in Darmstadt und hat seine Überlegungen in einem kleinen Büchlein zusammengefaßt. Nicht nur, dass ich da viel über die einzelnen Maleden gelernt habe, sondern ich habe mir erstmals im Leben Gedanken über Dünger gemacht…
1921 befand sich Deutschland nach dem ersten Weltkrieg (und die Menschen ahnten zum Glück nicht, was da als nächstes auf sie zukommen sollte).
Die Mombacher hatten nicht viel Vieh und waren daher seit jeher auf den Zukauf von Mist angewiesen. Kunstdünger gab es zwar bereits (Justus Liebig hatte 1840 die wachstumsfördernde Wirkung von Stickstoff, Phosphat und Kalium nachgewiesen und seit diese auch künstlich hergestellt werden konnten, war er auch verfügbar) aber ich vermute mal ganz dreist, dass die Mombacher sich das schon ausgerechnet haben, was günstiger ist.
Jedenfalls schreibt Pfeiffer, dass sie bis 1914 die Möglichkeit nutzten die Fäkalien, die mit Hilfe von Latrinenwagen in Mainz „gesammelt“ wurden, aufzukaufen.
Außerdem nutzten sie den anfallenden Mist der Mainzer Garnison (da gab es Pferde)… die Garnison wurde 1918 durch den Versailler Vertrag geschlossen. Also fiel der Pferdemist schon mal weg.
Als sich nun der Weinanbau gegenüber dem Gemüse und Obstanbau wirtschaftlich in den Vordergrund spielte, machten die Weinbauern den Mombachern den Mist streitig – soll heißen, sie kauften ihnen den dringend benötigten Dünger vor der Nase weg.
Schon der Hammer, mit welchen Problemen sich die Bauern früher herumschlugen, oder?!
Die Sonne hat kein Einsehen und so nutze ich die Zeit zum Schreiben.
Meine 70 Kandidaten stehen bis auf etwa 10 fest – so ist immer noch ein wenig Spielraum und es ist leider immer wieder so, dass die Anfangsgeschichte zwar sehr nett ist, aber danach ein großes Loch erscheint und nichts mehr weitergeht.
Zum Glück habe ich mein Federvieh.
Das ist witzig, bunt und hat auch inhaltlich viel zu bieten.
Mit dabei:
Natürlich das Augsburger Huhn.
Aus der Schweiz kommen gleich zwei dazu: Appenzeller Spitzhaubenhuhn und Schweizer Huhn.
Meine alte Heimat steuert das Ramelsloher Huhn bei und als Ergänzung haben wir die Diepholzer Gans, die Cröllwitzer Pute und die Deutsche Pekingente.
Ob es auch die Bronzepute und/oder die Pommernente noch mit einer Geschichte ins Buch schaffen, ist nicht klar… die gehören derzeit noch in die zweite Reihe.
Quelle: Wikipedia
Eigentlich ist die Erdbeere ja gar keine – Beere meine ich….
Aber dennoch gilt sie als Königin derselben.
Und geschmacklich erklimmt nur eine den Beeren-Thron – die Mieze Schindler.
Sie ist klein, weich und unvergleichlich aromatisch.
Und was mein Herz rührt (und sicherlich nicht nur meines) – ihr Name zeigt die romantische Ader ihres Züchters.
Otto Schindler war der erste Gartenbaudirketor in Pillnitz. Das gehört heute zu Dresden und liegt an der Elbe.
Dort hat er nicht nur 8 Erdbeersorten gezüchtet (Mieze Schindler, Oberschlesien, Proskau, Pillnitz, Mathilde, Ernst Preuß, Johannes Müller und Königin Luise), sondern auch die Grundlagen unserer Obstzüchtung mit begründet.
Die Pillnitzer Tafeln stammen von ihm und er hat die Lehr- und Forschungsanstalt in Pillnitz zu internationalem Ansehen gebracht.
Heute wird seine Arbeit im Julius Kühn-Institiut fortgesetzt.
Von all den Erdbeeren, die Otto Schindler entwickelt hat, hat aber nur die mit dem Kosenamen seiner Frau Maria – also Mieze – sich bis heute durchsetzten können.
Unerreicht ist ihr Aroma.
Und ihre Zickigkeit – denn sie ist rein weiblich – kann sich daher nicht selbst befruchten, sondern benötigt eine andere Sorte in unmittelbarer Nachbarschaft. Was allerdings auch nicht so leicht ist, da sie nicht in Reih und Glied wachsen will, sondern sich großflächig ausdehnt und unkontrolliert Platz beansprucht.
Doch wenn sie nicht auch noch so dünnhäutig und daher nicht lager- und transportfähig wäre, gäbe es wohl nur sie auf dem Markt.
Bislang ist es den Züchtern nicht gelungen ihren Geschmack in einen festeren Körper zu bannen.
Und so bleibt sie ein leckeres Sensibelchen, dass man am besten direkt im Garten verspeist.
Mein durch und durch romantisches Herz bekam dann den letzten Kick, als ich mit dem Friedhofsverwalter von Hosterwitz sprach: der hat als gelernter Gärtner und Kavalier alter Schule einige Pflänzchen auf das Grab von Otto und Maria Schindler gepflanzt…
Und immer noch beschäftigt mich das Buchcover.
Wer aufgepasst hat weiß, dass es ein Schwein oder natürlich eigentlich Ferkel werden soll.
Ich habe sogar einen Hof in 2 Stunden Entfernung entdeckt, der zwei Würfe hat – also kleine und ganz kleine… aber ich brauche Sonne, damit die aus dem Stall dürfen – und die lässt mich gerade etwas im Stich.
Wer den Wetterbericht verfolgt, sieht immer wieder weiße Flecken – allein – sie kommen nicht hier an.
Und so heißt es: Teller leer essen und Daumen drücken. Denn terminlich wird es knapp.
Adrian Diel ist Schuld – auf der Suche nach Informationen über ihn, bin ich doch glatt über eine alte Schweizer Birnensorte gestolpert.
Der Grund ist seine – also Diels – Einschätzung, dass es sich wirklich und wahrhaftig bei der „Schweizer Hose“ um ein Original der Eidgenossen handelt:
Über die ursprüngliche Herkunft unserer gestreiften Sorte in der Schweiz existieren unterschiedliche Angaben. Die Sorte ist im Buch Schweizerische Obstsorten II, Birnen, von Pfau – Schellenberg 1863 Es heisst dort, Schweizerhose ist eine panachierte Abart (Mutation) der Langen Grünen Herbstbirne. Der Pomologe Diel hat um 1820 dazu gesagt, diese Birne sei schon seit mehr als 200 Jahren bekannt. Quelle: www.fructus.ch
Dabei habe ich eigentlich schon genug Birnen – aber natürlich nicht so schön gestreifte…
Und die Geschichte dahinter verspricht spannend zu werden. Daumen drücken.
Wobei ich natürlich erst mal klären muss, wer zuerst war – die Hosen oder die Birnen.
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