Die Sache mit Adrian Diel

Heute brachte die Post ein Päckchen – nicht weil ich schon wieder Geburtstag, sondern weil ich mal wieder Sekundärliteratur geordert habe. Diesmal vom Pomologen Verein…
Und wer jetzt denkt, bei denen ist alles Apfel, der irrt.

1991 von 16 Obstbegeisterten in Diepholz gegründet, hat er sich dem Erhalt der genetischen Vielfalt der Obstgehölze verschrieben.
Da zählen nicht nur Birnen, Quitten, Pflaumen und Co zu, sondern die schauen auch locker in ihren Publikationen mal über den Tellerrand zu Beerensträuchern.
Echte Fundgruben sind diese Bücher!
Für jeden zu empfehlen, der auch mal ein wenig tiefer in die Materie eintauchen will.

Sie führen mich zudem auf direktem Weg zurück zu meinem Vater, der in Diez lebt und somit in unmittelbarer Nachbarschaft zu Adrian Diel, DEM deutschen Pomologen.
Das passt natürlich super und nun überlege ich, ob ich wahlweise ihn über die Lahn schicke oder doch besuche. Als ordentliche Tochter sollte man natürlich eher letzteres tun.. mal sehen.

MMM

Mein Mann in Mombach.

Wohnt aber gar nicht mehr dort.
Doch als ich (für mich doch eher überraschend) feststellen musste, dass in Mainz Mombach früher ein Aprikosenparadies war, habe ich ihn gleich um Hilfe gebeten.
Denn viel mehr war so durch das WWW nicht zu erfahren. Da musste dann MMM ran.

Keine halbe Stunde später die erste Erfolgsmeldung: Name und Kontaktdaten der dazugehörigen Vorsitzenden des Heimatvereins.
Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass er das wohl auch nur aus dem Netz hat?!
Asche auf mein Haupt.

Aber egal – Hauptsache wir kommen weiter und wenn ich darüber hinaus auch noch alte Freundschaften beleben kann… was will man denn mehr?

Cover reloaded

Da denkt man, man hat ein Stückchen erledigt, lehnt sich entspannt zurück – und dann das:
alle im Verlag fanden das Büllefoto gut. Farbe, Aufbau, Botschaft – passt.
Doch der Vertrieb hat darauf verwiesen, dass das Motiv den Gartenbüchern zu sehr ähnelt und nun soll es doch ein Tier werden… auf dem Cover.

Die können vielleicht schauen
Wenn wir mal ehrlich sind, haben die natürlich schon Recht 😉
Und verkaufen lassen muss sich das Buch schließlich.
Ist ja nicht wie hier in meinem Blog, wo ich einfach so für mich und euch vor mich hin schreibe…
Aber ein neues Foto ist natürlich gar nicht so leicht.

Wir haben fast Herbst und die meisten Viecher sind jetzt groß.
Und nur die Kleinen sind ja meist wirklich richtig nett anzuschauen.

Obwohl – das stimmt auch nicht.
Wenn ich sehe, wie nett die Murnau Werdenfelser schauen, dann finde ich die auch im Erwachsenenstatus durchweg zauberhaft.

Aber es soll kein Rind, kein Huhn, kein Schaf und keine Ziege werden – na, wer hat aufgepasst und weiß nun, welches Tier aufs Cover kommt?!

MUSTEA – oder was man aus Quitten alles machen kann

Wenn ich ganz ehrlich bin (und das bin ich schließlich meistens), habe ich mir noch nie viele Gedanken über Quitten gemacht. Und Quittenmarmelade (das ist die einzige Form, in der Quitten und ich bislang aufeinander trafen) nicht wirklich geschätzt.

Wahrscheinlich wird sich das im Verlauf der Fertigstellung des Buches ändern.
Ich bin nämlich bei MUSTEA auf einen Quittenbegeisterten gestoßen.
Er ist auch der Initiator des „Fränkischen Rekultivierungsprojekts alter Quittensorten“ und zaubert aus den gelben Früchten neben Marmelade und Saft auch Essig, Likör, Wein, Brand, Secco – und das in erstaunlichen Qualitäten… wie einige Slow Fooder und andere Genießer mir bestätigen.
Marius Wittur hat an der Mainschleife sogar einen Quittenlehrpfad aufgebaut. Einfach, weil er es wichtig und gut fand.
Wahnsinn.

Doch ohne solche Menschen wird das hier alles nichts und es sind natürlich genau diese „Spinner“ (Entschuldigung an Alle!!) die ich suche ;-))
Menschen die nicht erst rechnen und dann anfangen, sondern die für Dinge brennen und anpacken, wenn sie merken, dass andere das nicht machen.

Und so werde ich in meinem Buch mehr über Quitten (wahrscheinlich die Lokalsorte Astheimer Perlquitte und MUSTEA und den Lehrpfad) berichteten.
Noch bin ich entspannt, denn die Früchte sind noch nicht reif und ich habe noch ein wenig Zeit mich um andere Dinge zu kümmern.
Viel Zeit eh nicht.

Was ich aber auch immer wieder spannend finde – kaum erzähle ich jemandem aus meinem unmittelbaren Umfeld von meiner Quittenidee, so heißt es: „Ach ja, den Quittenlehrpfad kennen wir. Da sind wir öfter. Ist sehr schön gemacht.“
Warum zum Teufel, muss ich dann überhaupt recherchieren und suchen, wenn meine Freunde eigentlich schon alle Themen parat haben?
Man sollte doch einfach häufiger in seinem Freundes- und Bekanntenkreis recherchieren 🙂
Oder wenigstens reden.

Erste Eindrücke

Heute habe ich vom Verlag die ersten Layout und Fotoideen erhalten und bin nun doppelt glücklich.

SO SCHÖN!
Oder wir mein Freund Sebastian beim Ammerseebuch gesagt hat: Mensch Anne, das ist ja ein richtiges Buch 😉

Das was mir jetzt hier vorliegt sieht plötzlich auch aus, als ob man es im Laden kaufen könnte. Das ist schon ein seltsames Gefühl und ich weiß, dass meine Mutter sehr stolz wäre.
So sind es jetzt mein Mann und mein Sohn.

Und was ich ganz entzückend finde – dessen Freunde!
Die fragen und interessieren sich und prahlen bei anderen damit, dass sie mich kennen. So etwas hätte ich natürlich nie vermutet aber es rührt mich ungemein.

Jetzt muss ich ja nur noch die Texte passend machen…

Aber je länger ich mich mit dem Thema beschäftige, desto ruhiger werde ich.
Es gibt wirklich viel zu zeigen und zu erzählen und ich lerne jeden Tag dazu.
Noch mehr als normalerweise 😉

Höri Bülle Fotos II

Ein Foto, dass man schon mal gemacht hat nachzustellen, ist eine wirklich schwierige Aktion – haben wir jetzt gelernt.
Ich hatte ja schon den bösen Verdacht 😉

Doch zum Glück spielt das Wetter mit und auch Marti hat noch mal Zeit.
Denn die ersten Fotos sind zwar im Verlag gut angekommen, doch das Format war falsch.

Habe ich früher sehr häufig im Hochformat fotografiert, so habe ich es mir (nicht zuletzt wegen des Schacky-Kalenders) mittlerweile zugunsten des Querformats abgewöhnt.
Bei unserer ersten Fotostrecke kam mir noch gegen Ende so eine Idee, dass ein Buch meist eher hoch als breit ist – doch zu spät.

Ich habe insgesamt von den zweihundert Bildern vielleicht fünfzehn oder zwanzig im Hochformat.

Also wieder ran an die Zwiebeln, von denen ich ja zum Glück genug von der Höri mitgebracht habe.
Ich habe sogar noch mal „unabgeschlagene“ nachbestellt. Zusammen mit einem rein roten Büllezopf, wie wir ihn beim Büllefest nicht finden werden. Da werden nämlich Stuttgarter Riesen mit in die Zöpfe gebunden – wegen des Farbkontrastes.

Die unabgeschlagenen Zwiebeln brauche ich noch für ein anderes Foto – da habe ich die beiden Bülle-Mädels zu früh ziehen lassen (es war aber auch heiß!).. jetzt habe ich kein schönes Fotos zur Handernte… das muss ich noch nachstellen.

Da seht ihr mal wieder – alles Lug und Trug ;-))

„Abgeschlagen“ ist eine Zwiebel übrigens, wenn der alte, vertrocknete Stiel und die Wurzel entfernt wurden…
Habe ich auch erst gelernt.
Doch Marti bekommt natürlich nur schöne, saubere Zwiebeln fürs Foto.

Wie man gleich sieht, hat ein Querformat im Vergleich einfach eine größere „Breite“. Jetzt lacht nicht – ich meine damit, dass man einfach mehr Möglichkeit des Farbverlaufs und der Tiefe hat. Bei den ersten Fotos, sieht man das sehr schön an Martis Arm. Da ist ein ganzes Stück des Verlaufs mit im Bild.
So etwas kann ich beim Hochformat nicht mit einbauen – da wirkt alles ein wenig abgeschnitten…

Doch dafür habe ich diesmal auch einige mit direkter Sonne gemacht. Finde ich nicht schlecht. Aber mir persönlich gefallen die Schattenbilder besser.
Na, mal schauen, was die im Verlag dazu sagen.