Gemeinsam für mehr Artenvielfalt #saatanne

„Platz ist in der kleinsten Hütte“ – aber meine Idee geht eher in die Richtung „Platz ist auf dem kleinsten Fleckchen“. Jeder von uns kann etwas tun, um die Natur und die Artenvielfalt zu unterstützen. 

Ich traue mich kaum noch eine Mücke zu erschlagen – tue ich trotzdem, die haben es ja immer auf mich abgesehen. Aber bei normalen Fliegen bin ich schon deutlich zurückhaltender und Bienen, Hummeln und Co helfe ich schon seit unzähligen Jahren wieder in die Freiheit.

Artenvielfalt

Die Begriffe Artenvielfalt und Biodiversität geistern seit einiger Zeit durch die Medien und haben endlich mehr Aufmerksamkeit errungen. Dabei ist Biodiversität sozusagen der Oberbegriff, denn darin vereinen sich die Vielfalt der Ökosysteme, die Vielfalt der Arten aber auch die genetische Vielfalt innerhalb der einzelnen Arten. Alles hängt natürlich miteinander zusammen und diese Vielfalt ist die Grundlage des Lebens auf der Erde.

Artenvielfalt

Es gibt nach wissenschaftlichen Schätzungen zwischen 10 und 100 Millionen Tier- und Pflanzenarten auf unserem Planeten. Obwohl das nach einer riesigen Spanne aussieht, ist der rasante Verlust inzwischen deutlich wahrzunehmen. In sogenannten „Roten Listen“ werden seit 1971 ausgestorbener und gefährdeter Tier-. Pilz und Pflanzenarten für bestimmte Gebiete verzeichnet. Großteils Ehrenamtlich. 

Die Aktion

Mein Hilferuf wurde erhöhrt: ich habe (zu) viele Samen gekauft, die Insekten und Schmetterlingen gefallen sollen. Einfach um zu schauen was da so drinn ist – den Überblick findet ihr hier – und nun werden die überall in Deutschland von Freunden und Freundinnen ausgesät. Und ich zeige euch, was wo wächst 🙂 oder auch nicht…

Saatgut

Die Vorbereitung

Um zu sehen, wem ich welche Saattüten sende, habe ich einen kleinen Fragebogen erstellt und rumgeschickt. Da ging es um Dinge wie: wo wollt ihr pflanzen, habt ihr einen grünen Daumen, gibt es da schon Pflanzen?

Die erste Aufgabe bestand darin, einen Hashtag vorzuschlagen – #irgendwasmitsaat war der Platzhalter. Die Ideen reichten von #annesgutesaat – #glueckssaat – #samensaatsatt – #buntebienenbeete bis zu #AnnesSaatanischerVersand und landeten bei #saatanne… weil da der Teufel mit drin steckt 😉 Ich sag nur: Freunde! Die besten übrigens.

Und verschickt habe ich auch noch einige Gemüsesamen, einfach weil die Tüten immer so voll sind 🙂

Maria, München

Sie hat nicht nur den grünen Daumen, sondern auch gleich mehrere Plätze, bei denen es noch mehr Summen soll. Unten rechts im Bild ist ihr Favorit: Links im Beet ist ein Weigelia-Strauch, Rosen, Clematis und eine blaue Hortensie, am Zaun Sommerflieder.

„Das ist mein Lieblingsplatz morgens (Sonne ab 9 Uhr).“

Bekommen hat sie: „Bienen und Hummelmischung“, „Kornrad und Moni“, so wie Samen zu buntem Mangold, Chili, Rote Bete und Knospenkohl

Linda, Diez

Bei Linda steht und fällt alles mit dem „Galabauern“, der den Garten umbuddeln soll. Denn in der eingezeichneten Ecke soll eine echte Bienenwiese entstehen und dazu muss der jetzige Bewuchs natürlich weichen.

„Da kommt die Wiese nebst Bienenkorb hin.“

Bekommen hat sie: „Nützlingsparadies Sperli’s Bienen-Mix“, „Nachtfalter Blumenmischung“ und „Bienen fliegen drauf“.

Heike, Mainz

Ein eher schattiger Garten mit Lehmboden und emsigen Eichhörnchen, erwartet die Saat in Mainz. Außerdem steht hier schon einiges. Mal schauen, wer sich durchsetzt. Ich tipp ja ein wenig auf die Eichhörnchen 😉

Bekommen hat sie: „Insektenschirm“, „Insektenbuffet“, „Wild- und Wiesenblumen“ (da war so viel drin, dass ich es aufgeteilt habe) und dazu bunten Mangold, Chili und Rote Bete.

Gundula, Berlin

Weniger Platz, aber natürlich nicht weniger Lust auf Insekten hat Gundula. Den Rasen darunter darf sie leider nicht erblühen lassen – aber fliegende Fans ihres künftigen Blumenkastens wird das nicht schrecken 😉

Bekommen hat sie: „Bienen und Schmetterling – lila“, „Wiesenblumen und Kräutermischung ohne Gräser“

Henrike, Köln

Bei Henrike ist alles möglich, denn sie hat verschiedene Bereiche zum Pflanzen. Aber einfach wird es für die Samen bei ihr wohl eher nicht. So hat sie dann auch ganz viele verschiedene Saatpäckchen von mir bekommen:

„Ich kann auf einem Beet im Garten säen, das bei mir zum Experimentierfeld geworden ist, weil hier Gemüse nicht gut wächst.  Es ist unter und neben einem Feigenbaum, schattig bis halbschattig, etwas verwurzelt, hat schrecklich viele Schnecken und die Erde ist etwas schwer. Ich versammle hier schon diverse Wildkräuter und Blümchen – was sich eben so durchsetzt. Alles, was sich in anderen Beeten ausgesät hat und dort nicht bleiben soll, kommt hier mit rein. Es wimmelt von Akeleien, es gibt ein paar Ringelblumen, etwas Mutterkraut und türkischen Mohn. Und so ein paar kleine Sachen, von denen ich nicht weiß, wie sie heißen.“

Bekommen hat sie: „Nützlingswiese“, „Kornrad und Moni“ und Knospenkohl, Schwarzkümmel, Rote Bete.

Daniela Dreuth, Arnstadt

Auch hier geht es eher um ein Gesamtkonzept. Reihenmittelhausgarten mit ordentlichen Nachbarn – also werden Samen gesucht, die den anderen nicht um die Nase und in den englischen Rasen fliegen.. bei Insektenwiesen etwas schwierig. „Schaun mir mal“ würden wir in Bayern sagen, wie das in Arnstadt heißt weiß ich nicht.

Bekommen hat sie: „Wildblumenmischung bio“, „Mischung blühende Landschaft“.

Katharina Müller-Sanke

Ein Profi, ein Profi – ich habe schon auf ihrem Blog Kinderleute gesehen, dass auch ihre Kids schon den grünen Daumen haben! Daher gab es auch hier eine größere Auswahl und mehrere Plätze.

Bekommen hat sie: „Wildblumenmischung Ackerwildkräuter bio“, „Sperli´s Schmetterlingswiese“ und Mangold, Rosenkohl, Chili.

Uschi Horner

„Ich werde vermutlich einen kleinen Bogen machen, damit es natürlicher aussieht.“

Bin schon sehr gespannt, wie es wird. Denn eigentlich sind die Insektenmischungen ja so bunt und wild, dass sich die Musterung von allein ergibt.

Bekommen hat sie: „Mischung blühende Landschaft“, „Bienen und Schmetterling – rosa“.

Anne, Ammersee – tja, das bin ich #saatanne

Unser Garten ist schon eher Insektenfreundlich. Nun haben meine Hühner allerdings eine ganze Menge Boden pflanzfertig vorbereitet. Und da die beiden Damen gerade brüten beziehungsweise ihre Küken führen, nutzen wir die Gelegenheit doch noch mal schnell ein paar Stellen zu bepflanzen. Keine Ahnung, wie lange das hält, wenn die dann in größerem Trupp wieder scharrend durch den Garten ziehen..

Bevor ihr fragt: unter dem Vogelkäfig versuchen wir den Rhabarber zu retten – noch hat es geklappt. Ach ja – Gierscht essen sie nicht – aber fast alles andere.

Ich habe eine ordentliche Resteverwertung gemacht: „Mischung blühende Landschaft“, „Wild- und Wiesenblumen“ und Schwarzkümmel, verschiedene Kohl und Betevarianten, alte Tomaten und unterschiedliche Basilikumarten (die blühen immer super!).

Wer jetzt genau aufgepasst hat, dem fehlen ein paar Samen… keine Angst – die kommen noch – ich habe da nur noch keine Fotos.

ERGÄNZUNG – Juni/Juli 2019

Andrea, Münster

Ein Gartenneuling 😉 Auf einer Endmoräne… also mit sehr sandigem Boden. Und einem Ehegatten, der sich um den neu zu säenden Rasen kümmert und zum Wässern eingespannt wird.

 

 

Sie hat bekommen: „Bingenheimer Bienenweide“ und „Wild- und Wiesenblumen“

Garnet, Mönchengladbach – Dachgeschoss-Balkon

Bis auf eine Hortensie und eine namenlose Herbstblume gibt es bei Garnet nur essbare Pflanzen, also Thymian, Oregano, Salbei und Rosmarin. Und in diesem Jahr will sie auch einer Tomate ein Heim bieten…

 

Bekommen hat sie: „Schmetterlingswiese“ und „Sperli Wildblumen Balkon“

6 Antworten auf „Gemeinsam für mehr Artenvielfalt #saatanne“

  1. Liebe Anne, das ist ja toll. All die Samen in der ganzen Republik. Ich mache ja schon meine tägliche Inspektion im eigenen Beet. Nun kann ich noch virtuell in fremde Töpfe kieken 😉 Super!

  2. Liebe Henrike,

    die nächste Runde zeigt Fortschritte – wie bei dir – und ein paar Nachzügler, die erst anfangen.
    Liebe Grüße

    Anne

  3. Lieber Leopold,

    ich habe immer noch ein paar Tütchen – also wenn du dich mit einbringen willst, melde dich einfach kurz.
    Liebe Grüße aus Dießen

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